Ich muss gestehen, bis vor Kurzem hatte ich noch eher selten in einem Schweizer Hotel übernachtet. In diesem Sommer änderte «Das blaue Wunder» diesen Umstand. Einen Monat lang lernte ich täglich ein anderes Hotel kennen – zunächst im Interview, dann aus eigener Erfahrung.
Beste Voraussetzungen für eine kleine Studie eines Grünschnabels.
Die Rahmenbedingungen und mein Fazit gleich vorweg: Sehr viele der Hotels hatten mir als «Blaue-Wunder»-Reporterin Übernachtung und Verpflegung offeriert. Das ist toll und nicht selbstverständlich! Die meisten Hotels waren gut, ein paar wenige waren herausragend. Und dann waren da die Betriebe, in denen ich Dinge erlebte, die ich in der «Geht-gar-nicht»-Schublade verstaut habe. Beispiel gefällig? Grundsätzlich fühle ich mich selber dafür verantwortlich, meinen Koffer durch die Gegend zu tragen. Wenn ich mich aber unter den Augen mehrerer Hotelmitarbeitenden ächzend mit dem Riesending abquäle, um das Hotelzimmer über die steile Treppe zu erreichen geht gar nicht! Ich fragte mich dann: Machen die das immer so? Wissen sie nicht, dass ich Journalistin bin? Oder wissen sie es genau, finden aber: Warum die Mühe machen, an der verdienen wir ja eh nichts?
Ich werde den Verdacht nicht los, dass es an mir liegt. Ich fühle mich öfters ungleich behandelt. So am letzten Wochenende: Ich war essen in einem Restaurant, in dem ich vor Kurzem auch mit einer Arbeitskollegin einkehrte, die man dort kennt. Ich habe exakt das Gleiche gegessen. Komisch nur, dass ich diesmal weder vom feinen Aufstrich fürs Brot kosten durfte, noch vom vorzüglichen Grüsschen aus der Küche. Das geht doch nicht!
Ich erwarte ja nicht viel: Ein bisschen Freundlich-, ein bisschen Aufmerksamkeit, und zwar ein bisschen für jeden. Ich möchte nicht besser oder schlechter umsorgt werden weil ich für diese Zeitung arbeite. Ich bin grundsätzlich dafür, dass alle gleich behandelt werden.
Damit fährt man immer besser. Denn gute Erfahrungen werden weitererzählt. Die schlechten landen bestenfalls in einer Schublade.
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