Im Rahmen der neuen Wachstumsstrategie für den Tourismusstandort Schweiz ist die Revision des Bundesgesetzes über die Förderung von Innovation, Zusammenarbeit und Wissensaufbau von besonderer Bedeutung. Innotour soll weiterhin Anreize zur Steigerung der Angebotsattraktivität setzen können.
Die Tourismuswirtschaft soll dafür aber in einen sauren Apfel beissen: Wohl wird die Gesetzesgrundlage neu unbefristet gelten – die Revision sieht jedoch vor, die für Innotour nötigen Mittel im Finanzkredit an Schweiz Tourismus zu kompensieren. Die Kürzung des ST-Kredits für die touristische Landeswerbung steht in krassem Widerspruch zu den Wachstumsplänen des Bundes.
Die Volkswirtschaftsministerin will verlorenes Terrain gutmachen, das Feld «von hinten aufrollen». Gute Absicht in Ehren, Frau Bundespräsidentin, aber: 1. ist schon zur Sicherung der Schlagkraft des Marketings mehr Geld nötig (Inflation in den Märkten), 2. verlangen neue Potenzialerschliessungen nach zusätzlichen – nicht weniger! – Mitteln. Und 3. trifft es nicht zu, dass die Schweiz aus hinteren Rängen Terrain gutmachen und sich die Touristiker nur ein wenig anstrengen sollen. Logiernächtezahlen sind auf Rekordhöhen, Imagewerte sind hervorragend. Während die Schweiz vor rund 30 Jahren an 8. Stelle der Weltrangliste (nach Tourismus-Einkünften) stand, wurde sie zwischenzeitlich gerade mal von den boomenden Wirtschaften im Fernen Osten und der Türkei überholt. Bemessen an den bemerkenswerten Zuwachsraten von 2000 bis 2008 liegt die Schweiz heute gar in den Top 10 der wichtigsten Tourismusländer der Welt!
Ein verstärktes Engagement des Bundes wird die am «Wertschöpfungssystem Tourismus» partizipierenden Partner mitinvestieren und süsse Äpfel reifen lassen. Gute Gründe, auf die «Karte Tourismus» zu setzen!
Mario Lütolf ist Direktor des Schweizer Tourismus-Verbands.
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