meinung
09.02.2012
Kommentar
Daniel Stampfli, Ressortleiter «aktuell»
Daniel Stampfli, Ressortleiter «aktuell» (© Alain D. Boillat)
Kongress als Geschäft. Und zur Förderung der Ethik.
Daniel Stampfli

Zürich Tourismus sowie Stadt und Kanton Zürich unterstützen einen Sterbehilfe-Kongress. Dies stösst bei Suizidhilfe-Gegnern auf Kritik. Sterbehilfe ist heute jedoch eine Tatsache, die sich nicht wegdiskutieren lässt. Auch nicht von kirchlichen Kreisen und ihnen zugewandten politischen Parteien. Es gibt Menschen, die mit guten Gründen den Dienst von Sterbehilfe-Organisationen in Anspruch nehmen.

Sterbehilfe darf keinesfalls zum skrupellosen Geschäft verkommen. Doch von vornherein einen internationalen Kongress diverser Organisationen ablehnen zu wollen, ist nicht der richtige Weg. Der Erfahrungsaustausch könnte dazu führen, dass den ethischen Grundsätzen der Sterbehilfe besser Rechnung getragen wird. Sei dies im Umgang mit den Sterbehilfesuchenden, dem Vorgehen oder der Rücksicht auf Umgebung und Nachbarschaft der Häuser, in welchen die Wünsche der hoffnungslos Kranken erfüllt werden. Hinzu kommt, dass Kongresse überall willkommene Anlässe sind. Sollte der Sterbehilfe-Kongress nicht in Zürich stattfinden, wird wohl kaum auf die Durchführung verzichtet, es springt garantiert eine ausländische Destination ein.

  
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