meinung
09.09.2010
Kommentar
«Ein Drittel weniger Fleisch pro Kopf und Woche, das wäre ein mögliches Mass.»
«Ein Drittel weniger Fleisch pro Kopf und Woche, das wäre ein mögliches Mass.» (© Alain D. Boillat)
Die Zukunft ist nicht fleischlos. Das Mass entscheidet.
Gudrun Schlenczek

Weniger Fleisch essen ist im Trend. Teilzeit-Vegetarier nennt sich die Spezies, die zumindest teilweise auf Tierisches verzichtet. Keine schlechte Ernährugsvariante, denn gar kein Fleisch zu essen macht schon allein aus globalwirtschaftlicher Sicht wenig Sinn. Auf Dreiviertel der weltweiten Landwirtschaftsfläche wächst heute nicht anderes als Gras. Dieses kann nur über Wiederkäuer genutzt werden.

Der Haken: Das was bei uns auf dem Teller landet, entstand nur teilweise auf blühenden Wiesen. Mehr als ein Drittel der Getreideproduktion, angebaut auf wertvoller Ackerfläche, landet ebenfalls in Tiermägen. Das ist nicht zuletzt im Zuge der wachsendenden Weltbevölkerung zu hinterfragen. Bereits ab 2050 soll der weltweite Ertrag nicht mehr für alle Menschen ausreichen, so die Prognose.

Grob gesagt: Ein Drittel weniger Fleisch pro Kopf und Woche, das wäre ein mögliches Mass. Um das zu erreichen, muss die Gastronomie mitziehen. Denn viel Fleisch, rund die Hälfe des Gesamtkonsums, wird heute ausser Haus verzehrt. Der Konsument würde wohl gern im Restaurant öfters «fleischlos» bestellen, doch mangelt es häufig an valablen Alternativen. Gefordert ist hier nicht nur der Koch, sondern auch die Kochausbildung.

 

 

  
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