«Als Churerin habe ich den Walensee immer unterschätzt.» Stéphanie Radecke, ist seit über einem Jahr im Resort Walensee in Unterterzen und arbeitet im Marketing. Obwohl der See eigentlich zu tief liege, gehöre er in die Kategorie der Bergseen, weiss sie. Er sei einer der klarsten Seen der Schweiz, und mit 150 Metern einer der tiefsten. Gerade im Winter sei der See deshalb beliebt bei Tauchern. Unterschätzt hat sie den See bezüglich seiner Schönheit. Aber auch, wegen seiner Wildheit.
Der wilde Walensee
Man sehe es im nicht an, an einem schönen Tag wie heute, erzählt Radecke. Aber der See könne sehr schnell vom stillen zum wilden Wasser werden. Sie selber ist einmal davon überrascht worden, als sie mit Gästen ans andere Ufer des Sees gefahren ist, und plötzlich starker Wind aufkam. Ohne Hilfe hätte sie es nicht mehr in den Hafen zurück geschafft. «Auch unsere Gäste unterschätzen den See oft, denken, sie könnten kurz mit dem Pedalo ans andere Ufer fahren, und haben dann keine Kraft mehr für den Rückweg.»
Das könnte Urs Bartholet, Techniker im Ferienresort, nicht passieren. In Flums aufgewachsen, kennt er die Region und den See bestens. Früher hätten die Metzger noch Fleischabfall in den See geschmissen, Fischfutter, weiss er. Heute sei der Walensee einer der säubersten in der Schweiz.
Die Wärme kommt vom Wasser
Das noch junge Resort, im Dezember 2008 gegründet, heizt im Winter die verschiedenen Gebäude mit Wasser. «Wenn das Grundwasser in die Heizung gelangt, ist es etwa neun Grad warm», erklärt der 52-jährige Techniker. «Über einen Wärmetauscher wird dieses dann aufgeheizt, mit einem Teil Strom erreichet man, dass das Wasser fünf Mal wärmer wird.» Das Problem sei, dass das Grundwasser sehr teuer ist. Trotzdem sei die Methode sehr interessant und umweltschonend.
Auch sonst versucht das Resort, bezüglich Nachhaltigkeit vorbildlich zu sein. «Mit Kleinigkeiten», wie Radecke erklärt. Die Gäste würden sensibilisiert, ihren Abfall richtig zu entsorgen oder die Klimaanlage im Ferienhaus abzustellen. «Wenn die Leute sehen, wie sauber das Wasser des Walensees ist, dann motiviert sie das», ist sie überzeugt.
Lehrstunde in Sachen Nachhaltigkeit
Die Gäste des Resort kommen vorwiegend aus Holland (das Resort ist dem holländischen Ferienhausanbieter Landal angeschlossen), Deutschland und der Schweiz. Gerade in der vergangenen Woche seien aber auch viele Araber gekommen, erzählt Radecke. Bei dieser Gästegruppe sei das Thema Nachhaltigkeit schon eine Herausforderung. «Zu Hause haben sie ihre Bediensteten, die ihnen hinterher räumen, bei uns müssen sie das eben selber machen.» Ein Aushang mit «Benimmregeln» soll dem Problem in Zukunft Abhilfe schaffen.
«Das Resort sei eben noch jung », so Radecke, man müsse zuerst Erfahrungen sammeln und dann entsprechend reagieren. Ihre Arbeit im Marketing schätzt die 32-Jährige vor allem wegen der Abwechslung. «Ausserdem macht es einfach riesen Spass, eine so schöne Gegend zu vermarkten.» Und an einem so schönen Ort zu arbeiten.
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