ostschweiz
03.09.2010
Initiative gegen Beizen-Sterben
(© pixelio)
Viele Restaurants in der Ostschweiz bekommen die Folgen des Rauchverbots immer mehr zu spüren. Vor allem ältere Wirtinnen und Wirte geben auf. In Ausserrhoden wehren sich die Wirte jetzt mit einer Initiative gegen das rigorose Rauchverbot.

Die Lancierung der Initiative wurde am Donnerstag beschlossen. Danach soll das Gesetz so angepasst werden, dass auch für Ausserrhoden die Bundeslösung gilt. Ziel sei es, bis Ende Jahr die 300 nötigen Unterschriften beisammen zu haben, sagte Walter Höhener, Präsident von Gastro Appenzellerland AR.
 
Schonfrist für Ausserrhoden
In Ausserrhoden ist bereits seit 2008 ein rigoroses Rauchverbot in Restaurants in Kraft. Allerdings gilt bis Anfang 2011 eine Schonfrist: Bis dahin haben die Wirte Zeit, abgetrennte Raucherzimmer (Fumoirs) einzurichten. Inzwischen verschwinden aber immer mehr Restaurants. Davon seien oft kleine Betriebe betroffen und bei ziemlich vielen sei das Rauchverbot mit ein Grund für den Schliessungs-Entscheid gewesen, sagt Walter Höhener.
 
Bereits im Mai beauftragten die Ausserrhoder Wirtinnen und Wirte an der Generalversammlung der Gastro Appenzellerland AR den Vorstand damit, das verschärfte kantonale Rauchergesetz zu bekämpfen. Der Kanton solle das liberalere Bundesgesetz anwenden, verlangten sie.
 
Restriktives St. Gallen
Ein noch restriktiveres Rauchverbot gilt seit dem 1. Juli dieses Jahres im Kanton St. Gallen. Es gibt auch keine Ausnahmebewilligungen für so genannte Raucherbeizen mehr. Auch hier haben besonders kleine Betriebe in kleineren Ortschaften und von Quartiervereinen Probleme. «Wir haben das strengste Gesetz,» stellt Josef Müller, Präsident von Gastro St. Gallen, fest.

Vor allem ältere Wirtinnen und Wirte, die eigentlich noch nicht aufhören wollten, hätten jetzt die Nase voll. Dennoch gebe es immer noch eine Zunahme von Restaurants, vor allem in der Stadt und in grösseren Ortschaften. Aber die Zunahme habe sich deutlich verlangsamt. Und es gebe eine Verlagerung vom Land in die Städte.
 
Liberales Innerrhoden

Besser sieht es für die Raucher in Appenzell Innerrhoden aus: Hier gilt die Bundeslösung, und sie wird liberal umgesetzt. Die Standeskommission (Regierung) hielt fest, sie lehne alle Versuche ab, die geltenden Normen auf dem Verordnungsweg zu verschärfen. In Innerrhoden wurden denn auch bei 100 Betrieben 24 Sonderbewilligungen für «Raucherbeizen» erteilt, wie der Präsident von Gastro Apppenzellerland AI, Ruedi Ulmann, sagt. Es gebe kein Beizensterben, im Gegenteil, so Ulmann. In letzter Zeit seien eine ganze Anzahl neuer Restaurants eröffnet oder bestehende vergrössert worden.
 
Das einzige Manko liege bei grösseren Sälen. Und die kleineren Wirtschaften hätten einen schwereren Stand. Man müsse aufpassen, «dass der Stammtisch nicht ausstirbt,» so Ulmann. (sda)

  
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