«Unsere ausländischen Gäste sagen oft, das hier, das sei noch die heile Schweiz». Seit eineinhalb Jahren ist Olaf Reinhardt nun im Hotel Kreuz in Sachseln und antwortet auf die Frage, was den speziell sei am Hotel, ganz kurz: «Dass es meine Frau führt.» Beatrice Reinhardt lacht und führt aus: «Bei uns können sich die Gäste zu Hause fühlen, das Hotel mit 26 Zimmern ist sehr persönlich.»
Ein Schutzpatron und die Mitte der Schweiz
Auffallend ist das direkt neben dem Hauptgebäude gelegene Holzhaus, welches zum Hotel gehört, und in dem kleine Sitzungszimmer, Deluxe-Zimmer und Suiten untergebracht sind. «Man sagt, dass das Holz des Hauses vor der Eidgenossenschaft geschlagen wurde», erzählt die 58-Jährige.
Ganz sicher stand das Gebäude schon zu Lebzeiten von Bruder Klaus (1417-1487), Schutzpatron von Obwalden und der Schweiz. Noch immer besuchen viele Interessierte den Wirkungsort des Heiligen. Und besuchen so fast gleichzeitig den geografischen Mittelpunkt der Schweiz, welcher auf der Älggi-Alp in Sachseln liegt.
Moderne Pilger
80 Prozent ihrer Gäste seien Schweizer, erzählt Beatrice Reinhardt weiter. Sehr oft kämen «moderne Pilger» im Hotel Kreuz unter. Bei ihnen stünde das Religiöse nicht mehr im Vordergrund, es gehe vor allem darum, sich eine Auszeit zu nehmen. «Pilgern ist nicht mehr gleichbedeutend mit übernachten im Stroh», meint Olaf Reinhardt dazu. Die Gäste wollen ein richtiges Bett und gutes Essen, damit sie sich während der Auszeit auch richtig erholen können.
Bevor ihnen das Hotel in Sachseln «zugefallen» ist, führten Beatrice und Olaf Reinhardt viele Jahre lang das Seehotel Kastanienbaum in Luzern. Vor fünf Jahren gaben sie das Hotel zurück, Olaf orientierte sich anderweitig, wurde Präsident der Private Selection Hotels und gründete eine eigene Firma, die unter anderem Businesspläne erstellt. Sobald die Kinder aus dem Haus waren, habe es seine Frau aber wieder in ein Hotel gezogen, erinnert er sich.
Tolle Aktion für jeden Kanton
Zum Wasser habe er kaum einen Bezug, sagt der 56-Jährige. Das liege vielleicht daran, dass er fast 20 Jahre lang ein Hotel direkt am See geführt habe. «Wenn man das so lange erlebt hat, immer abhängig sein vom Wetter, dann ist eine grosse Fläche Wasser gleichbedeutend mit viel Arbeit», so Reinhardt.
Das Projekt von Ernst Bromeis findet er trotzdem gut: «Alle reden über das Thema, über Labels und Ähnliches, aber das ist alles so allgemein. Deshalb finde ich es toll, die Botschaft mit so einer Aktion zu verbinden», meint er. Und seine Frau Beatrice fügt an: «Es ist gut, dass das Projekt jeden Kanton betrifft, so fühlt sich keiner benachteiligt.»
Seeüberquerung der etwas anderen Art
Der Sarnersee sei ein sehr ruhiger See, erzählen die beiden weiter. Ein einziges Passagierboot fahre im Sommer regelmässig seine Touren, ansonsten habe es nicht viele Boote. Schön sei, dass man um den ganzen See laufen könne und fast überall Zugang zum Wasser habe.
Eine spezielle Anekdote im Zusammenhang mit dem Sarnersee hat Sepp Reinhard, nicht mit dem Hotelierehepaar verwandt, auf Lager. Das Sachselner Urgestein erbte von seinem Vater die Leidenschaft für die Fotografie. Sein Gespür für sensationelle Ereignisse brachte ihm den Übernamen «Katastrophen-Sepp» ein. Früher war er passionierter Fotograf von Autorennen, diese Faszination führt sein Sohn Daniel weiter, der seit langer Zeit für internationale Sportzeitschriften arbeitet.
Er habe auch einmal eine Seeüberquerung gemacht, erzählt «Katastrophen-Sepp». Mit dem Auto. Im Winter, als der See mit einer dicken Eisschicht überzogen war. Es habe aber überall warme Stellen gehabt. «Mit Volldampf bin ich ‚obsi tätscht‘», erzählt er. Im Rückspiegel habe er dann gesehen, wie das Wasser kommt. «Das vergesse ich nie mehr, und das würde ich auch nie mehr machen.»
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Wir begleiten Ernst Bromeis auf seiner Reise durch die Schweiz und berichten im Juli täglich. Zum einen schreiben wir über den Schwimm-Marathon des Churers, zum anderen über Spannendes aus den Regionen oder den Hotels, welche der 42-Jährige besucht.
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