hotelarchiv
19.07.2011
Hotel Waldhaus Schweizerhof, Flims (GR)
(© Hotelarchiv Schweiz / zvg)

Aus der Geschichte des Flimser Hotel zitieren wir: «Wo das Hotel steht, befand sich einst ein grosser Felsen mit einer Aussichtsbank. Da sind Mengia Candrian und Daniel Schmidt als Verlobte händchenhaltend gesessen. Dort sollte ihr Hotel stehen. 1902 wurde der Felsen gesprengt und aus ihm der «Schweizerhof» gebaut. Da, wo die Aussichtsbank der Verliebten stand.»

Eine schöne Geschichte, die auch typisch für die Schweizer Hotellerie ist: Hotels als Familienhäuser, als Geschäfte, die Mann und Frau zusammen führten, und Heiraten zwischen Hotelier-Familien, damit das Haus in guten Händen blieb.

In Graubünden finden wir mehr als anderswo enge Verbindungen zwischen den Hoteliers. Ist das Klima der ausschlaggebende Grund? Mussten deshalb die Hoteliers zusammenhalten und sich gegenseitig unterstützen? Scheinbar ist es den Bündnern Hoteliers gelungen, denn Graubünden ist ein wichtiger Hotelkanton, der die Schweizer Tradition lebendig hält. Der Name des Hotels weist sehr stark auf diese Art der Tradition hin: ein Waldhaus kann jedes Hotel sein, das am Walde steht. Aber Schweizerhof kann sich nur ein Hotel nennen, das in der Schweiz steht! Der Name Schweizerhof war und ist ein brand. Die Assoziation zum «Hof» weist auf etwas besseres, würdigeres, königlicheres zu.

Unser Land ist die Wiege der modernen Hotellerie, das beweisen viele überlieferte Dokumente in den Archiven. Nach seinem ersten Besuch in der Schweiz anno 1893 gab Kaiser Franz Josef von Österreich und Ungarn eine Analyse der Schweizer Hotellerie in Auftrag mit der Absicht, in seinem Lande das gleiche «Rezept» anzuwenden. Der «Schweizerhof» war Garantie für eine traditionelle und gleichzeitig moderne Schweizer Hotellerie, hier gekennzeichnet durch die Angabe «neuerbautes Hotel». Es verfügt über einen Lift, also müssen die Damen nicht mehr die Treppen hochsteigen. Eine gedeckte Veranda schützt vor Kälte und Wind und erlaubt es, eine herrliche Aussicht «staubfrei» zu geniessen. Diese Information war wichtig, da es damals - wie auch heute - der Fall war, dass Maurer und Maler noch an Ort und Stelle waren, als die ersten Gäste das Hotel betraten.

  
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