hotelarchiv
15.08.2011
Hotel Seehof, Arosa (GR)
Wettbewerb: Rodolphe W. Schelbert von der Pension Villa Sarnia in San Nazzaro hat ein Buch «Affiches des hôtels suisses 1875–1982» gewonnen. Er wusste, was der Name des Restaurants in der ­Hotel Pension Seehof in Arosa, Cuculouche, bedeutet: «gemütliches Nest». Und er beantwortete auch die zweite Frage richtig, die nach dem Preis des Studios mit Kitchenette in der Hochsaison: nämlich 95 Franken.
Wettbewerb: Rodolphe W. Schelbert von der Pension Villa Sarnia in San Nazzaro hat ein Buch «Affiches des hôtels suisses 1875–1982» gewonnen. Er wusste, was der Name des Restaurants in der ­Hotel Pension Seehof in Arosa, Cuculouche, bedeutet: «gemütliches Nest». Und er beantwortete auch die zweite Frage richtig, die nach dem Preis des Studios mit Kitchenette in der Hochsaison: nämlich 95 Franken. (© Hotelarchiv Schweiz/zvg)
Hotelarchiv

Selten sind die Stiche, auf welchen sich das Hotel wagt, ein Datum zu erwähnen. Denn ein Datum macht den Stich schnell obsolet. Dies ist eine Konstante in der Werbung der Hotels, heute und seit über 100 Jahren! Werbung muss fast jedes Jahr angepasst werden, weshalb der Hotelier anfangs jeder Saison überlegen muss, was seinen Gästen wohl gefallen wird. Heute nennt man es Marketing, früher war es Unternehmungsphilosophie.

Da die meisten Hotels in Privatbesitz waren und weniger in den Händen von Aktiengesellschaften, waren die Hoteliers umso mehr darauf angewiesen, die richtigen Verkaufsargumente zu finden. Im Rahmen der Stiche, die das Hotelarchiv jede Woche vorstellt, ist dieser Stich einer der wenigen, bei welchem der Text wichtiger ist als das Bild, welches nur ein Drittel der Fläche ausfüllt.

Was das Hotel Seehof in Arosa von den anderen Hotels unterscheidet, sind die beiden Daten: 1878 ist sehr früh, da der Ort erst 1875 mit der Poststrasse von Chur nach Langwies verbunden wurde. Die Strasse erreichte Arosa 1890, und damit kamen auch viel mehr Gäste, was der Neubau von 1894 rechtfertigte.

Arosa gehörte damals zu den drei grössten Erholungsorte für Tuberkulosekranke – neben Davos und Leysin – und verdankte seine Blütezeit der Initiative von Dr. Otto Herwig, der 1888 das erste Sanatorium in Arosa baute, wo er viele Prominente aus der ganzen Welt kurierte. Dazu gehörte unter anderem der Nobelpreisträger Erwin Schrödinger, einer der Väter der Quantenmechanik, der vor genau 50 Jahren verstarb.

  
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