hotelarchiv
25.05.2011
Hotel Schweizerhof, Pontresina (GR)
(© Hotelarchiv Schweiz/zvg)
Hotelarchiv

Dieser Stich gehört zur seltenen Sorte, da er datiert ist und so nur eine Saison gebraucht werden konnte. Im Sommer 1905 soll in Pontresina der Schweizerhof geöffnet werden. Ein Namen, der für wertvolle Schweizer Gastfreundschaft stand. Wiederum wichtig ist, dass die Post nahe gelegen ist, auch weil die Gäste oft mehrere Wochen im Hotel wohnten und viele sich die Post nachsenden liessen.

Die neueste englische sanitarische System war das Water Closet, also eine Toilette mit Druck-Wasserspülung. Der Hinweis auf das grosse Vestibul zeigt, dass man auch im Haus genug Platz zum spazieren finden kann, wenn es draussen regnet. So auch die Referenz auf die geschützte Terrasse. Und die abgeschlossenen Familienwohnungen, mit Rücksicht auf die Kinder.

Der wichtigste Hinweis ist die suggestive Trennung zwischen dem Speisesaal und dem Restaurant. Die Regel in den Grand Hotel war folgende: Im Speisesaal waren die Gäste untereinander. Jeder residierende Gast hatte einen durch den Maître d’hôtel bestimmten Platz, seinen Serviettenring und seine eigenen Flaschen, die mit einem «Brustschild» oder einem «Halsring» mit der Zimmernummer oder der Tischnummer vermerkt waren. Es galt Halb- oder Vollpension und man bezahlte eigentlich nichts am Tisch.

Im Restaurant hingegen konnten die Gäste der anderen Hotels oder die eingeladenen Gäste der «Einheimischen» essen, ohne dass ihnen ein Platz vorgeschrieben wurde. Hier galten die Preise einer eigenen Karte - à la carte - die bis zu 20 Prozent teurer waren...

  
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