Die Region Ernen und das Binntal gehören nicht zu den frühen Fremdenverkehrsgebieten des Wallis. Der 1844 erstmals erschienene Reiseführer von Karl Baedeker bezeichnete Ernen und das Binntal nicht als touristische Orte, erst vier Jahre nach der Erstbesteigung des Ofenhorns im Jahre 1864 fand das Binntal Aufnahme in den damals bekanntesten deutschsprachigen Reiseführer: man kann dort «beim Geistlichen übernachten».
1880 erhielt der Fiescher Hotelier Josef Speckly die Konzession zum Bau eines Gasthauses in Schmidigehischere, dem Hauptort des Binntals. Zusammen mit Elias Walpen aus Binn und Josef Schmid aus Ernen wollte er diesen neuen Hotelbau verwirklichen. Bei Baubeginn 1881 war Josef Schmid aus Ernen aber der einzige Bauherr, der das Hotel erstellte. Gemäss mündlicher Überlieferung wurde das Hotel nach der Eröffnung 1883 vor allem von Maria Schmid-Kräig aus Ernen, der Gattin des Erbauers, mit sicherer Hand geführt.
In seinen ersten Jahren gedieh das Hotel Ofenhorn offenbar prächtig. Bereits 1897 konnte eine Erweiterung gegen Norden mit dem neuen Speisesaal eröffnet werden. Damit hatte das einfache Berghotel bereits seine heutige Erscheinung erhalten. 1911 traten Maria und Josef Schmid-Kräig den Betrieb an ihre drei Söhne Eduard, Guillaume und Max ab. Zu neuem Leben erwachte das Haus nach dem Ersten Weltkrieg in den 1920er-Jahren, denn 1923 entschloss man sich zum Einbau des elektrischen Lichtes. Während dem Zweiten Weltkrieg war das Haus eine Truppenunterkunft, anschliessend wurde es vollständig erneuert.
1968 verabschiedete sich die Familie Schmid nach drei Generationen vom Hotelbetrieb. Drei Jahre blieb das Haus geschlossen, danach wurde es von der «Pro Unter- und Mittelgoms AG» renoviert und 1972 wieder in Betrieb genommen. Nach einer erneuten Schliessung 1885 entstand im Dorf die Idee einer Selbsthilfe. 1987 wurde die Genossenschaft Pro Binntal gegründet, die sich in den folgenden Jahren an eine Sanierung der Aussenfassaden wagte.
Nach einer Konsolidierung und einer grossen Sponsoringaktion wagte man 2007-2008 eine erste Restaurierungsetappe im Innern, zusammen mit der Totalerneuerung der Heizungsanlage. Die von der kantonalen Denkmalpflege begleiteten und unterstützten Arbeiten führten dazu, dass das Hotel seit 2008 das begehrte Label «Swiss Historic Hotel» führen darf.
Zur Geschichte des Hotels:
Weissen Andreas. 125 Jahre Hotel Ofenhorn Binn. Binn 2008.
Weitere Literatur zu den Hotels im Wallis:
Flückiger-Seiler Roland. Hotelträume zwischen Gletschern und Palmen. Schweizer Tourismus und Hotelbau 1830-1920. Baden 2001. Seiten 154-171.
Flückiger-Seiler Roland. Alpine Hotels zwischen Rhonequelle und Furkapass. [Schriften des Stockalperarchivs in Brig, Heft 44] Brig 2008.
Zwölf eigenständige, von hotelleriesuisse klassifizierte, Schweizerhof-Hotels wollen mit dem neu gegründeten Verbund «Schweizerhof Hotels of Switzerland – traditional and individual» ihren Gästen ab sofort eine gemeinsame Onlineplattform bieten.
«Zeigen, was wichtig ist» – unter diesem Motto konnten am internationalen Museumstag vom Sonntag Besucher in rund 200 Schweizer Museen selbst Hand anlegen. Und die Frage beantworten, was wichtig war, was wichtig ist und was künftigen Generationen wichtig sein wird.
Die Bündner Regierung verlangt vom Bund, dass der Bau vermieteter Ferienwohnungen nicht unter die Beschränkung der Weber-Initiative fällt. Die Bündner Behörden informierten am Montag über die Umsetzung der vom Volk im März genehmigten Zweitwohnungsinitiative.
Meggen erhält vorläufig keinen Golfplatz. Das Luzerner Verwaltungsgericht hat eine Beschwerde gegen das geplante Projekt gutgeheissen. Es stellte fest, dass der Golfplatz Land in Anspruch nehmen würde, das sich für die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmittel eignen würde.
Der ägyptische Investor Samih Sawiris hat am Montag sein Angebot für die Aktien der Sedrun Bergbahnen AG publiziert. Aktionäre können ihre Wertpapiere bis zum 13. Juli entweder umtauschen oder verkaufen – und zwar fast zum eineinhalbfachen heutigen Nominalwert.
Der Brigelser Unternehmensberater und Tourismusprofi Marcel Friberg soll neuer Präsident der touristischen Marketingorganisation Graubünden Ferien (GRF) werden. Der GRF-Vorstand schlägt der Generalversammlung den 55-jährigen Friberg als Nachfolger von Andreas Wieland vor.
Für die Innenräume von Basler Restaurationsbetriebe wird an den Spieltagen der am 8. Juni beginnenden Fussball-EM die Polizeistunde aufgehoben. Die Boulevardbetriebe müssen 15 Minuten nach dem offiziellen Spielende schliessen.
Die Initiative «Wohnen im Oberengadin» ist definitiv gültig. Das Bundesgericht ist auf die Beschwerde des Kreises Oberengadin nicht eingetreten. Offen ist, ob die regionale Initiative nach Annahme der Eidg. Zweitwohnungsinitiative überhaupt noch Bedeutung hat.
Die Führung der Saftherstellerin Thurella ist unzufrieden mit der Exportförderung für Mostobst, wie sie der Schweizerische Obstverband (SOV) praktiziert. Das Obst werde dadurch für inländische Abnehmer wie Thurella künstlich verteuert.
Der Kanton Bern unterstützt die Restaurierung des Thun-Panoramas. Der Regierungsrat hat einen Beitrag aus dem Lotteriefonds von 970'000 Franken genehmigt, wie er nach seiner Sitzung vom Mittwoch mitteilte.





Die htr hotel revue veröffentlich jede Woche ein historisches Sujet aus dem Hotelarchiv Schweiz. Hier finden Sie weitere Informationen.
Die Tobi Seeobst AG hat 2011 die Umsatzgrenze von 60 Millionen Franken überschritten. Trotz Margendruck blieb die Ertragslage stabil, wie das Unternehmen am Freitag am Hauptsitz in Bischofszell mitteilte.