Die Eröffnung der Albula-Bahnlinie im Jahre 1903 löste in Bergün einen grossen Entwicklungsschub aus. Sogleich machte sich ein Initiativkomitee an die Planung eines neuen Hotels und beauftragte den Zürcher Architekten Jost-Franz Huwyler-Boller, der gleichzeitig auch das Hotel Cresta Palace in Celerina erbaute, mit dem Entwurf.
Das im Frühjahr 1906 eröffnete Haus bot einen für damalige Verhältnisse beachtlichen Komfort an: «Zentralheizung, elektrisches Licht, Lift, Badezimmer, grosser Speisesaal, mehrere grosse Terrassen gegen Süden, elegantes Vestibül, Damensalon, geräumige Restaurantslokalitäten, Bar, Billard, Lese- und Schreibzimmer sowie Dunkelkammer» werden in der frühen Werbung aufgezählt. In 85 Zimmern waren insgesamt 120 Betten vorhanden. Besondere Aufmerksamkeit war den sanitären Anlagen geschenkt worden. Laut mündlicher Überlieferung wurden die Badewannen und die sogenannten Water Closets mit der Bahn direkt aus England nach Bergün geliefert. Auf dem Schienenweg kamen auch die britischen Monteure als Spezialisten nach Bergün, welche die ebenfalls per Bahnfracht angelieferten Bleiplatten und –rohre in britischen Weise «mit Frack und Zylinder» installierten, ohne sich dabei in ihr Handwerk blicken zu lassen. Im englischen Prospekt werden diese Toiletten denn auch besonders erwähnt: «W. C’s. on the newest system.»
Mit der Eisenbahn 1903 hatte die ehemalige Zwischenstation aus dem Zeitalter der Pferdekutschen aber ihre Bedeutung verloren: Die Züge fuhren nun direkt ins Engadin und erübrigten den früher obligatorischen Aufenthalt in Bergün. Das neu eröffnete Kurhaus hatte damit bereits von Anfang an um jeden Gast zu kämpfen. Aus dieser Erfahrung resultierte wohl auch die Idee zur Einführung des Wintersports. Seit Weihnachten 1911 war das Kurhaus deshalb für den Winterbetrieb «vollständig eingerichtet». Die Davoser Firma Oberrauch hatte als spezialisiertes Unternehmen eine Warmwasser-Zentralheizung installiert. Damit konnten einige wertvolle Zusatzeinnahmen erreicht werden.
Die nicht einfachen Kriegs- und Zwischenkriegsjahre hinterliessen beim fehlenden Gebäudeunterhalt aber manche Spuren. Dazu kam ein Dachstockbrand am 9. August 1949, nach dem das Dach nur notdürftig und ohne Turm repariert werden konnte. In der Folge übernahm die Gemeinde den Betrieb und verkaufte die Liegenschaft nach der Sanierung an den Verein Familienherbergen. Nach einem halben Jahrhundert in der Obhut dieser Organisation schien das Schicksal des ehemaligen Kurhauses besiegelt: Bröckelnde Fassadenteile und undichte Dächer zwangen auch diese Eigentümer zum Verkauf. Doch einige langjährige Stammgäste gründeten im Juni 2002 die neue Kurhaus Bergün AG, die das Gebäude samt Umschwung noch im gleichen Jahr erwarb. Sogleich wurden unter der Leitung von Architekt Heini Dalcher aus Sissach erste Instandstellungsarbeiten unternommen. Dabei hatte man grosses Glück: Unter den nachträglichen Wandverkleidungen fand man historische Ausstattungsteile, wie Täfer und Türen, im Estrich viele weitere fehlende Elemente. Damit konnten ganze Gebäudeteile weitgehend in den Originalzustand zurück versetzt werden. Die Wandtäfer und Fensterflügel im grossen Festsaal hatten ebenfalls alle Umbauten überstanden, dazu die meisten originalen Jugendstilleuchten. Mit viel Geschick wurden die fehlenden Teile ersetzt, die ursprünglichen Rattan-Möbel konnten in alter Handwerkstechnik in einem Familienbetrieb in Vietnam neu angefertigt werden. Soeben wurde die Umgebung nach dem ursprünglichen Plan wieder hergestellt.
Mit den im mehreren Bauetappen ausgeführten wird klar ersichtlich, dass das Gebäude in überschaubaren Schritten langsam aber konsequent im denkmalpflegerischen Sinn entstaubt wird. Dabei entsteht ein Hotel, das bezüglich originaler Substanz aus der Zeit des Jugendstils um 1900 sowohl beim Gebäude als auch bei seiner Ausstattung im schweizerischen rahmen wohl konkurrenzlos bleiben wird.
Zwölf eigenständige, von hotelleriesuisse klassifizierte, Schweizerhof-Hotels wollen mit dem neu gegründeten Verbund «Schweizerhof Hotels of Switzerland – traditional and individual» ihren Gästen ab sofort eine gemeinsame Onlineplattform bieten.
«Zeigen, was wichtig ist» – unter diesem Motto konnten am internationalen Museumstag vom Sonntag Besucher in rund 200 Schweizer Museen selbst Hand anlegen. Und die Frage beantworten, was wichtig war, was wichtig ist und was künftigen Generationen wichtig sein wird.
Die Bündner Regierung verlangt vom Bund, dass der Bau vermieteter Ferienwohnungen nicht unter die Beschränkung der Weber-Initiative fällt. Die Bündner Behörden informierten am Montag über die Umsetzung der vom Volk im März genehmigten Zweitwohnungsinitiative.
Meggen erhält vorläufig keinen Golfplatz. Das Luzerner Verwaltungsgericht hat eine Beschwerde gegen das geplante Projekt gutgeheissen. Es stellte fest, dass der Golfplatz Land in Anspruch nehmen würde, das sich für die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmittel eignen würde.
Der ägyptische Investor Samih Sawiris hat am Montag sein Angebot für die Aktien der Sedrun Bergbahnen AG publiziert. Aktionäre können ihre Wertpapiere bis zum 13. Juli entweder umtauschen oder verkaufen – und zwar fast zum eineinhalbfachen heutigen Nominalwert.
Der Brigelser Unternehmensberater und Tourismusprofi Marcel Friberg soll neuer Präsident der touristischen Marketingorganisation Graubünden Ferien (GRF) werden. Der GRF-Vorstand schlägt der Generalversammlung den 55-jährigen Friberg als Nachfolger von Andreas Wieland vor.
Für die Innenräume von Basler Restaurationsbetriebe wird an den Spieltagen der am 8. Juni beginnenden Fussball-EM die Polizeistunde aufgehoben. Die Boulevardbetriebe müssen 15 Minuten nach dem offiziellen Spielende schliessen.
Die Initiative «Wohnen im Oberengadin» ist definitiv gültig. Das Bundesgericht ist auf die Beschwerde des Kreises Oberengadin nicht eingetreten. Offen ist, ob die regionale Initiative nach Annahme der Eidg. Zweitwohnungsinitiative überhaupt noch Bedeutung hat.
Die Führung der Saftherstellerin Thurella ist unzufrieden mit der Exportförderung für Mostobst, wie sie der Schweizerische Obstverband (SOV) praktiziert. Das Obst werde dadurch für inländische Abnehmer wie Thurella künstlich verteuert.
Der Kanton Bern unterstützt die Restaurierung des Thun-Panoramas. Der Regierungsrat hat einen Beitrag aus dem Lotteriefonds von 970'000 Franken genehmigt, wie er nach seiner Sitzung vom Mittwoch mitteilte.


Die Tobi Seeobst AG hat 2011 die Umsatzgrenze von 60 Millionen Franken überschritten. Trotz Margendruck blieb die Ertragslage stabil, wie das Unternehmen am Freitag am Hauptsitz in Bischofszell mitteilte.