hotelarchiv
10.02.2010
Hotel Baur au Lac, Zürich (ZH)
Briefkopf des Hotel Baur au Lac 1912.
Briefkopf des Hotel Baur au Lac 1912. (© Hotelarchiv Schweiz/Bestand Karl Behr)
Hotelarchiv

Bereits in der ersten Ausgabe lobte Baedeker 1844 die «besten Gasthöfe» der Welt, darunter das Baur au Lac in Zürich. Johannes Baur, der in den 1820er Jahren aus dem Vorarlberg nach Zürich emigriert war, nutzte die liberale Öffnung in Zürich ab 1830 und errichtete 1838 das Hotel Baur am Paradeplatz, zu dieser Zeit der zentraler Verkehrsknotenpunkt der Stadt. Bereits 1844 eröffnete Baur das Hotel am Ufer des Zürichsees, zunächst als Pension. Um es vom Hotel Baur in der Stadt zu unterscheiden, nannte er es von Anfang an Baur au Lac. Neu für dieses Stadthotel war, dass es von der Stadt abgewandt und der herrlichen Naturlandschaft mit See und Bergen zugewandt gebaut worden war. Dieses neue Konzept stiess auf ein positives Echo und so war es der Theodor Baur, Johannes‘ Sohn, der das Hotel 1852 übernahm, möglich, die Pension etappenweise auszubauen, bis es 1898 die heutige Grösse erreichte.

Im Baur au Lac gab sich bald Europas Hoch- und Geldadel die Ehre. Man reiste nicht in erster Linie nach Zürich, man begab sich ins Baur au Lac. Wer auf sich hielt, musste dort gewesen sein. So finden wir unter den Hotelgästen illustre Namen wie König Ludwig I. von Bayern und Kaiserin Elisabeth von Österreich. Diese Tradition setzte sich auch im 20. Jahrhundert fort. Nicht nur der grossen Politik, sondern auch Gästen aus Kultur und Wissenschaft gegenüber zeigte sich das Baur au Lac seit jeher aufgeschlossen: Unzählige Komponisten, Musiker, Tänzerinnen, Schriftsteller und Wissenschaftler zählten sich zu seinen Gästen.

Im Jahr 1889 ging das Hotel in den Besitz von Theodors Tochter Emmy über, die Carl Kracht, einen Kölner Hotelier, geheiratet hatte. Der Name ändert nun, die Familie bleibt jedoch dieselbe. Carl Kracht folgte sein Sohn Hermann, der dem Baur au Lac neue, zeitgemässe Impulse vermittelte. Nach dem Abschied des damaligen langjährigen Direktors Ernst Schaerer konnte die Familie 1954 Georges Rey, einen Grossneffen des Hotelpioniers César Ritz, als Direktor gewinnen. 1983 trat sein Sohn Michel Rey die Nachfolge an. Auf Seiten der Besitzerfamilie übernahm Charles Kracht die Leitung des Hotels von seinem Vater Hermann. Charles Kracht starb 1990. Sein Sohn Andrea Kracht leitet inzwischen, zusammen mit Direktor Michel Rey, das operative Geschäft des Traditionshauses am Zürcher Seeufer.

Text zur Verfügung gestellt vom Hotel Baur au Lac

 

 

Werbung
Weitere Bilder zum Artikel
Bild vom Baur au Lac um 1870. <nobr>   (© zvg/Hotel Baur au Lac)</nobr>
Aktuelle Themen