hotelarchiv
22.04.2010
Hotel Bär, Grindelwald (BE)
Ansichtskarte vom Hotel Bär um 1900.
Ansichtskarte vom Hotel Bär um 1900. (© Sammlung Club Grand Hôtel & Palace, Basel)

Die Geschichte des Hotel Bär in Grindelwald begann als Dorfwirtschaft im 18. Jahrhundert. Zusammen mit dem Adler und dem Steinbock gehörte dieser zu den alten, traditionsreichen Namen im Gletscherdorf. Mit dem Kauf durch Johannes Boss begann 1867 der eigentliche Aufstieg des Dorfgasthofs zum ersten Haus am Platz. In mehreren Etappen entstand innerhalb von zwei Jahrzehnten ein mehrteiliger stattlicher Hotelkomplex.

An Weihnachten 1888 konnte der initiative Hotelier mit einem neuen Winterhaus «mit besonderer Heizeinrichtung nach Davoser Muster» die erste Wintersaison eröffnen, mit der Grindelwald zum Wintersportpionier im Berner Oberland wurde, beinahe zwei Jahrzehnte vor Wengen, Mürren und Adelboden. Bereits für die erste Saison entstand unterhalb des Bären eine der ersten grossen Eisbahnen in der Schweiz, zwei Jahre später verkehrte die Bahn von Interlaken nach Grindelwald von Anbeginn auch im Winter.

Der grosse Dorfbrand vom 18. August 1892, bei dem im westlichen Dorfteil insgesamt 116 Firste verbrannten, war in einer Dachkammer des alten Bären ausgebrochen. Von dessen Bauten blieb deshalb am folgenden Tag nur noch rauchende Asche übrig. In den folgenden zwei Jahren erstellte Hotelier Boss an gleicher Stelle eine neue imposante Dreiflügelanlage mit rund 300 Gästebetten, eine der grössten im alpinen Raum je realisierten Hotelanlagen.

Bis zum Ersten Weltkrieg spielte das «Bear & Grand Hotel» im Hotelkonzert von Grindelwald die erste Geige. Eine geschickte Hotelführung rettete den Betrieb sogar über die Zwischenkriegszeit. Erst der Brand im Dachstock am Abend des 14. Januar 1941 setzte dem Hotelbetrieb ein jähes Ende. 1979 schliesslich wurde mit der Liquidation der «Grand Hotels Bär & Adler AG», die sich noch als Immobiliengesellschaft betätigt hatte, ein endgültiger Schlussstrich unter die Geschichte dieses berühmtesten Grindelwaldner Hotels gezogen. Heute steht an dessen Stelle das grosse, in den späten 1970er Jahren erbaute Sportzentrum.


Weitere Literatur zum Hotel Bären in Grindelwald:

Flückiger-Seiler, Roland. Hotelträume zwischen Gletschern und Palmen. Schweizer Tourismus und Hotelbau 1830-1920. Baden 2001. Seiten 128-131.

  
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Ansichtskarte vom Hotel Bär im Winter mit Eisfeld um 1920. <nobr>   (© Sammlung Club Grand Hôtel & Palace, Basel)</nobr>
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