Am 3. Mai 1857 wurde die «Société immobilière d'Ouchy» gegründet mit dem Ziel, den Hafen und die Quaianlagen zu verbessern und am Seeufer in Ouchy ein neues Hotel zu errichten. Noch im gleichen Jahr wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, einer der ganz wenigen öffentlichen Wettbewerbe, die für die Erbauung von Hotels in der Schweiz überhaupt durchgeführt worden sind. Das Siegerprojekt stammte von François Gindroz (1822-1878), einem Genfer Architekten, der sich vorher nicht im Hotelbau ausgezeichnet hatte. Der Verwaltungsrat übergab daraufhin den zweitplazierten, aber in Lausanne ansässigen Architekten Achille de la Harpe und Jean-Baptiste Bertolini die Bauausführung.
Sie erhielten den Auftrag, die positiven Teile des Projektes von Gindroz zu übernehmen, eine in damaliger Zeit verbreitete Praxis, die offensichtlich von allen Beteiligten akzeptiert wurde. Alexandre Rufenacht, der bereits im Preisgericht engagierte Hotelier aus Genf, wurde zum ersten Direktor des Beau-Rivage ernannt. Dieser nahm einen wichtigen Einfluss auf die definitiven Pläne. So bewirkte er den Verzicht auf fliessendes Warmwasser in den Etagen sowie auf den in Vorprojekten geplanten Gepäcklift («plancher mobile pour bagages») im Erdgeschoss. Nach einer zweieinhalbjährigen Bauzeit konnte das erste Grand Hotel von Lausanne am Seeufer von Ouchy am 24. März 1861 eröffnet werden.
Nachdem sich die Architekturauffassung gegen Ende des Jahrhunderts gewandelt hatte, trachtete auch der Verwaltungsrat des Beau-Rivage danach, sein Hotel den neusten Tendenzen anzupassen. 1897 wurde Architekt Theo van Muyden mit entsprechenden Studien beauftragt. 1901 wurde van Muyden zusammen mit Architekt Eugène Jost mit der Prüfung einer allfälligen Aufstockung des bestehenden Gebäudes um zwei Etagen beauftragt. Nach etlichen weiteren Diskussionen im Verwaltungsrat entschied man sich 1905 zum Bau eines zweiten Traktes neben dem Altbau von 1861, um damit die Bettenzahl zu verdoppeln. Die Architekten Eugène Jost, Louis Bezencenet und Maurice Schnell erhielten den Auftrag zum Bau dieses Gebäudes. Der Palace-Flügel als Erweiterung des Beau-Rivage konnte am 19. Juni 1908 eingeweiht werden.
Weitere Literatur zu den Hotels am Genfersee:
Maillard Nadja (ed.) Beau-Rivage Palace Histoire(s). Lausanne 2008. S. 232-241.
Flückiger-Seiler Roland. Le développement de la construction hôtelière sur l’arc lémanique. In: Revue historique du Mandement de Bex, No XXXIII/2000. Bex 2000, p. 3-14.
Flückiger-Seiler Roland. Hotelträume zwischen Gletschern und Palmen. Schweizer Tourismus und Hotelbau 1830-1920. Baden 2001. Seiten 88-109.
Zwölf eigenständige, von hotelleriesuisse klassifizierte, Schweizerhof-Hotels wollen mit dem neu gegründeten Verbund «Schweizerhof Hotels of Switzerland – traditional and individual» ihren Gästen ab sofort eine gemeinsame Onlineplattform bieten.
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