Im Zürcher «Volkshaus» fühlt man sich auf Anhieb wohl. Nicht nur der unkomplizierten Atmosphäre wegen, sondern auch wegen des ungewohnten Mix zwischen Industrie, Wohnstube und Flohmarkt. Das Restaurant trägt die Handschrift der neuen Wirte: Der alt 68er und bekannte Zürcher Gastronom Koni Frei hat den Betrieb mit «drei gleichberechtigten Partnern» vor zwei Jahren von Feldschlösschen gepachtet. Das Restaurant versprüht nicht nur den Hauch der 68er, das «Volkshaus» war während 30 Jahren auch Kern der Arbeiterbewegung. «Wir betreiben einen progressiven Heimatschutz», umschreibt Frei das neue Konzept. «Wir sind kein In-Lokal für Schickimicki, bei uns trifft sich vom Glanz-und-Gloria-Journalisten über den Schachspieler bis zum alteingesessenen Zürcher eine breite Gäste-Schicht.» Geschäftsführer des Restaurants ist der frühere «Volkshaus»-Küchenchef Benjamin Schmid. Er bewirtet nebst dem Restaurant und der Bar noch fünf Säle, wo Versammlungen, Tagungen und kleine Kongresse stattfinden. «Diese Anlässe ermöglichen uns, im Restaurant wenn immer möglich die teureren, aber gesünderen Bio-Produkte anbieten zu können», so Frei. «Wir pflegen eine schnelle, einfache und schnörkellose Küche, saisonal und regional», fasst Schmid zusammen.
Serviert werden Gerichte aus der ganzen Schweiz, dreimal jährlich nach Rezepten von Marianne Kaltenbach. Auf der Karte steht Traditionelles kreativ kombiniert wie Hacktätschli mit Tomatensalat und Bruschetta oder Tête de Moine und Melone mit Blattsalat. Der Gast kann aber auch einen Tintenfischsalat oder ein Pilzrisotto mit Bio-Crevetten bestellen. Die Weinkarte ist international, neben Schweizer Weinen kommen auch gute Tropfen aus EU -Ländern ins Glas.
Ein einfacher Fleischkäse oder ein aufwendiges 4-Gang-Menu: Alles ist im «Volkshaus» möglich – und zwar von 8 bis 23 Uhr. «Wir wollen unsere Angebote preislich nicht ausreizen, damit wir näher beim Volk bleiben», sagt Frei. Um die Volksnähe zu demonstrieren, sind auch ältere Kellner im Team, «auch solche, die früher im Baur-au-Lac gearbeitet haben. Diese Profis sind vielleicht etwas langsamer als jüngere Mitarbeitende, aber sie sind die besseren Verkäufer.»
In der Region Thunersee sind in den letzten Jahren einige Hotels in die Hände von Asiaten gelangt. In anderen Ferienregionen der Schweiz ist das deutlich weniger ausgeprägt. 
Mitten in Interlaken verkauft Beat Hassenstein nach 40 Jahren Einsatz sein Hotel Splendid. Die chinesische Käuferin setzt auf ein Hotel mit Verkaufsflächen: für Uhren und für typische Schweizer Küchen-Ausrüstung. 
Ein südkoreanisches Paar hat zwei traditionelle Interlakner Hotels gekauft. Das 4-Sterne-Haus wollen die Investoren als führendes Hotel positionieren. 
Ausländische Investoren kaufen Hotels, oft als reine Geldanlage. Die Rentabilität ist zweitrangig. Das beobachtet Stephan JJ. Maeder, Präsident des Hotelier-Vereins Berner Oberland. 
Hinter den «Swiss Dreams Hotels» stehen indische Investoren mit einem Faible für ehemalige Traditionshäuser. Zwei ihrer fünf Hotels serbeln hinter geschlossenen Türen dahin. Die Besitzer lassen sich nicht in die Karten blicken. 
Der Interlakner Hotel-Berater Jürg Zumkehr hat schon mehrere Hotels an Ausländer verkauft, unter anderem an Asiaten. Aus seiner Sicht wirken sich die ausländischen Investoren positiv auf die Region aus. 
René und Elsbeth Bettoli wollen ihren Familienbetrieb verkaufen. Der Preisdruck ist für das Interlakner 2-Sterne-Hotel zu gross geworden. 
Rund um den Thunersee sind einzelne Hotels im Besitz von Asiaten. Ein Leerstand an bester Lage zählt dazu. Für Hotelier-Präsident Bruno Carizzoni überwiegen die positiven Beispiele und Effekte. 

Kettenhotels können ihre Effizienz steigern, indem sie einander Mitarbeiter ausleihen. Kleinbetriebe setzen derweil auf Allrounder. 






Zürichs Gastroszene gehört zu den vielfältigsten der Schweiz. Originelle Konzepte, gute Küche: Zürich bittet zu Tisch.
Strategieplanung, Verwaltung und Administration: Diese Bereiche böten in den meisten Hotels grosses Sparpotenzial. Es wird aber oft nicht wahrgenommen.