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09.09.2010
«Tiefe Kommission macht glücklich»
Buchen: Globale Online-Reservationsanbieter fordern immer höhere Kommissionen. Daher sind direkte Buchungen auf der Hotelwebsite wichtig und für den Hotelier lukrativer.
Buchen: Globale Online-Reservationsanbieter fordern immer höhere Kommissionen. Daher sind direkte Buchungen auf der Hotelwebsite wichtig und für den Hotelier lukrativer. (© Fotolia)
Zu hoch die Kommission, zu tief die Marge und zu gross die Abhängigkeit: Globale Online-Reservations-Anbieter machen der Branche das Leben schwer.
Simone Leitner

Überall sinken die Margen von Vermittlern, nur in der Hotellerie, da steigen sie», beklagte Felix Freudiger alias Guglielmo L. Brentel, der via den fiktiven Hotelier Freudiger die Krux mit den globalen Online-Reservations-Anbietern veranschaulichte. Der Präsident von hotelleriesuisse plädierte am ersten Marketingtag von hotelleriesuisse und Schweiz Tourismus im Berner Hotel Bellevue Palace, die Branche solle sich von den monopolartigen Absatzstrukturen dieser Plattformen nicht in eine totale Abhängigkeit zwingen lassen. Natürlich sei dies systembedingt und in einem gewissen Mass zwischen Anbieter und Vermittler vorhanden, aber es lohne sich, «diese Abhängigkeit zu hinterfragen und nach neuen Wegen zu suchen». Kommissionen von 15 bis 20 Prozent sind bei den Online-Reservations-Anbietern heute gang und gäbe. Brentel ermunterte die rund 200 Branchenteilnehmer, sich vermehrt auf ihre eigenen Stärken zu konzentrieren, diese zu bündeln und weiter zu entwickeln. «Gegenüber den globalen Kanälen sind wir die Schweiz-Spezialisten und bieten Dienstleistungen aus erster Hand.» Schliesslich investiere man via Schweiz Tourismus 70 Millionen Franken in das Marketing und habe dank STC Zugang zu den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Kräfte und Know-how bündeln heisst aber auch die bestehenden Hotelkooperationen verstärkt im Gesamtmarketing zu integrieren. Die Zeit der Alleingänge ist vorbei. Heute muss die Branche im hart umkämpften internationalen Wettbewerb bestehen. Das heisst, nicht einzelne Organisationen, sondern der Destinationserfolg steht an erster Stelle. «Wichtig ist, dass Gäste die Angebote möglichst einfach buchen können», sagte Brentel. Hier kommen die nationalen Akteure Schweiz Tourismus, STC und hotelleriesuisse ins Spiel: Es gelte, Buchungsplattformen für die gesamte Schweiz zu entwickeln, die dem Schweiz-Besucher ein ganzheitliches Leistungspaket zur Verfügung stellen. Guglielmo L. Brentel mahnte, es mache doch keinen Sinn, «Buchungen, die aus unseren Marketinganstrengungen resultieren, den international tätigen Buchungsplattformen in Form von hohen Kommissionen zu bezahlen».

Unterstützung fand Brentel von ST-CEO Jürg Schmid. Er veranschaulichte die Konsequenz der steigenden marktdominanten Stellung einiger wenigen Online-Anbieter: «Sie führt zu Best-Price-Forderungen dieser Firmen.» Dass es aber nicht ohne internationale Channels wie booking.com gehe, davon ist auch Schmid überzeugt. Ein erfolgreiches Hotel müsse eine Multichannel-Strategie verfolgen. Dabei sollten die eigene Hotelseite, die Destination und STC aber bevorzugt werden. Der günstigste Kanal sei immer die eigene Homepage. Sie führe zudem zur Kundenbindung. Schmid sprach dem Publikum aus dem Herzen: «Tiefe Kommissionen machen glücklich. Und ein glücklicher Hotelier ist ein guter Hotelier.»

  
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