Das Restaurant neben dem Zürcher Schauspielhaus erinnert auf den ersten Blick an eine typisch schweizerische Quartierbeiz mit liebevoll zusammengewürfelten Brocki-Möbeln. Aber nur auf den ersten Blick. Wer näher hinschaut, sieht sofort die stylischen und architektonischen Feinheiten. Und die den Bindella-Betrieben eigene Kunst: wertvolle Bilder und Objekte. Im «Terroir»kann der Gast unter einer Reihe echter Anker-Bilder tafeln. Serviert werden saisonale Gerichte aus einheimischen Zutaten – lediglich Ketchup, Schwarztee und Zitrone müssen importiert werden. «Wir legen Wert auf gute Produzenten», sagt Geschäftsführer Sascha Sedlarevic. Wenn immer möglich werde in Zürich und Umgebung eingekauft.
Typisch schweizerisch sind denn auch die Gerichte wie Wurscht-Chäs-Salat, Ghackets mit Drachehörndli oder Meiringer Meringue mit Nidle. Diesbezüglich habe sich seit der Eröffnung des Restaurants im 2007 nicht viel verändert, sagt Sedlarevic. Die Renner sind Cordon bleu bei männlichen, Gemüseteller bei weiblichen Gästen. Und natürlich Züri-Gschnätzlets mit Röschti. Das Motto bei der Zubereitung der Terroir-Gerichte: kompromisslos in der Produkteauswahl, spielerisch und modern in der Umsetzung. Auf den Teller kommen auch ProSpeciaRara-Produkte. Und regelmässig werden Gerichte aus einem Gastkanton serviert.
In der Schweiz fabriziert sind auch Möbel, Böden und Dekos
«Swiss made» trifft nicht nur auf die Lebensmittel, Weine und Spirituosen zu, sondern auch auf die Möblierung und das Baumaterial im Restaurant. Der Boden beispielsweise ist aus Tessiner Kastanienholz gefertigt. «Sie sitzen auf dem ‹Miro› von Horgen Glarus», wird dem Gast auf der Innenseite der Speisekarte mitgeteilt. Dort heisst es auch, dass Max Bill die Türfalle des Waschraums und die Tösstaler Glasbläser die Glastropfen am Leuchter gestaltet haben.
Nicht total schweizerisch ist indes der Mitarbeiterstab. «Das ist für uns unmöglich», sagt Sedlarevic. Zwar sind in der Küche immer Schweizer Köche, aber nicht nur. «Im Service-Team jedoch beschäftigen wir zurzeit ausschliesslich Schweizer Mitarbeitende.»
Serviert oder mitgenommen: Unterschiedliche Konzepte
Bindella setzt mit dem «Terroir» auf drei Konzepte. Im Erdgeschoss werden Take-away-Spezialitäten angeboten und auserlesene Schweizer Produkte wie Sirup vom Berner Sirupier verkauft. Im ersten Stock sind das Restaurant und das «Rosengärtli», die Terrasse, untergebracht. Auf der lässt es sich sommers wohl sein und winters in einer aufgestellten Holzhütte Fondue geniessen. Ausser den A-la-carte-Gerichten werden im Restaurant und auf der Terrasse täglich vier Menus – eins davon ist immer ein Kalbsschnitzel – , drei Wochenspezialitäten und zwei Tagesweine serviert. Das dritte Konzept ist eine Mischung: Wer im Erdgeschoss Take-away-Produkte kauft, kann sie im «Rosengärtli» verzehren. An eigens gekennzeichneten Tischen.
«Unsere Terrasse ist noch ein Geheimtipp», sagt Sedlarevic. Das heisst, sie ist nicht ganz ausgelastet. So oder so laufe der Betrieb im Winter besser. «Viele Gäste essen vor dem Theaterbesuch, also relativ früh, und geniessen nach dem Theater wieder ein Glas Wein bei uns. Zwischendurch speisen die normalen Gäste.» Die Tische können an einem Abend also dreimal belegt werden. Das Restaurant mit Terrasse bietet 247 Sitzplätze, das Erdgeschoss 30 Stehplätze.
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