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02.02.2012
«Man muss es von Fall zu Fall anschauen»
Erfolg mit chinesischer Familie: Hotel Panorama in Aeschlen.
Erfolg mit chinesischer Familie: Hotel Panorama in Aeschlen. (© zvg)
Rund um den Thunersee sind einzelne Hotels im Besitz von Asiaten. Ein Leerstand an bester Lage zählt dazu. Für Hotelier-Präsident Bruno Carizzoni überwiegen die positiven Beispiele und Effekte.
karl josef verding

Bruno Carizzoni leitet das 4-Sterne-Hotel Krone in Thun und ist Präsident des Hotelier-Vereins Thunersee. Was bringen Investoren und neue Hotelbesitzer aus Asien dem Tourismus und der Hotellerie rund um den Thunersee? Wie schätzt der Präsident der Hoteliers die Entwicklung ein? «Man muss es von Fall zu Fall anschauen», sagt Carizzoni. «Ein ganz tragisches Beispiel ist das Seehotel Hirschen in Gunten.» Der Leerstand dieses Hotels in ausgezeichneter Lage seit 2007 sei «eine Katastrophe».

Der Umbau des «Hirschen» war im Herbst 2009 bewilligt worden. Mangelnde Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten und der statischen Notwendigkeiten des 270-jährigen Gebäudes führten zu einer massiven Verteuerung der absehbaren Baukosten und zum Abbruch der Projektierung.

Erfolgsbeispiel «Alpha» Thun

Das Beispiel zeige: «Wichtig für die Asiaten, die in Hotels der Region investieren, ist das notwendige Wissen», stellt Carizzoni fest. Man dürfe den Fall «Hirschen» aber nicht pauschal interpretieren. Ein «sehr gutes und erfolgreiches Beispiel» sei das Hotel Alpha in Thun, mit russischen Investoren in gemeinsamem Engagement mit Schweizer Investoren, und einem «guten Team unter Schweizer Leitung». Das 3-Sterne-Hotel und Restaurant Alpha mit seinen 34 Zimmern wurde von der regionalen Tourismusorganisation bei der Verleihung des «Thunersee Sterns 2011» als «Thunersee-Unterkunft des Jahres» ausgezeichnet. Begründet wurde dies von der Jury mit «Innovation, Kreativität und Eigeninitiative» der Besitzer des Hotels sowie des «Alpha»-Teams.

Ausstrahlung der Hotels in die Heimatländer der Besitzer erhofft

«Auch das Hotel Panorama in Aeschlen ob Gunten, mit der chinesischen Familie Zhang als Besitzerin, läuft sehr gut», stellt Carizzoni fest. Er rechnet mit einer Ausstrahlung der Hotels mit asiatischen Besitzern in die Märkte der Heimatländer der Investoren: «Diese Investoren überlegen sich, wo das Business herkommt.» Es sei für sie naheliegend, auch in den eigenen Herkunftsländern intensives Marketing zu betreiben. Das könne sich positiv für beide Seiten auswirken: die Investoren aus Asien - und die Tourismusregion Thunersee. So könnten auch die koreanischen Investoren in Interlaken und die russischen Investoren in Thun - als Beispiele - neue Nachfrage in Korea und in Russland generieren.

  
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«Die asiatischen Investoren überlegen sich, wo das Business herkommt.» Bruno Carizzoni, Präsident HV Thunersee   (© zvg)
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