Über die Zürcher «Kronenhalle» haben schon Friedrich Dürrenmatt, Max Frisch und Patricia Highsmith geschrieben. In ihr Loblied stimmen auch die unzähligen Stammgäste in aller Welt ein: Die Kronenhalle ist Zürich, sie bedeutet für sehr viele Menschen Heimat, und wer von der verkehrsreichen Rämistrasse über ihre Schwelle tritt, ist in einer anderen Welt. In einer Welt der gepflegten, klassischen Gastronomie mit blitzendem Silber und edlen Gemälden, einer Welt auch der langjährigen vertrauten Mitarbeiter. Paul Senn, der Chef de Service, ist seit 23 Jahren hier und hat seine Lehre noch bei der legendären Hulda Zumsteg gemacht. «Sie war streng, aber auch grosszügig», sagt Senn und nickt hinauf zur alten Dame, welche auf Varlins Gemälde immer noch den Raum beherrscht.
«Wie hätte es Herr Zumsteg gemacht?», fragt man noch heute
Die heutige Besitzerin «Hulda und Gustav Zumsteg Stiftung» wacht über diese Kontinuität und schaut, dass sich nichts Wesentliches ändert. Noch heute frage man sich bei wichtigen Entscheiden, «wie hätte es Herr Zumsteg gemacht?», sagt Paul Senn. Er hätte gewollt, dass alles so bleibt, wie es ist. Und deshalb bleibt es auch so.
In die Kronenhalle kommt man der Tradition und der persönlichen Begrüssung wegen – «ich kenne alle Gäste, ob sie nun viermal wöchentlich oder einmal im Jahr da sind», sagt Senn. Nie fehlen auf der Karte dürfen die Klassiker: die Bratwurst, das Zürcher Geschnetzelte mit goldbrauner Rösti, der Bollito misto und der Balleronsalat. Mittelpunkt des Geschehens bleibt der Chariot mit einem «Grand Pièce», etwa Roastbeef mit Sauce Béarnaise. Und der Dessert-Renner ist seit Jahrzehnten die legendäre Mousse au chocolat.
Der Hauch einer verschwundenen Welt
Das heisst nicht, dass alle modernen Strömungen an der Kronenhallen-Kochequipe unter Peter Schärer unbemerkt vorbeirauschen würden. Man könnte auch ein Sashimi oder einen curry-würzigen Scampo bestellen. Aber das kann man auch in anderen Lokalen. Nirgends sonst aber findet man diesen Geist, diesen Hauch einer verschwundenen Welt. Und kaum anderswo so viel Prominenz und so wenig Schickimicki. Manch einer hebt denn auch ein Glas der «Réserve de la Patronne» in Richtung der Hulda Zumsteg und sagt leise: «zum Wohl».
Etwas Molekular-Nebel, eine Prise Nouvelle Cuisine und als Grundlage die klassische dänische Küche: Ronny Emborg, der «Zauberlehrling» aus Kopenhagen, setzt voll auf Effekte. 

Das Treffen von «Engadin-Newcomer» Martin Dalsass mit Roland und Brigitte Jöhri, deren «Talvo» er jetzt übernommen hat, wurde zum Happening am Herd. Gastkoch Otto Koch flüsterte mit. 
Aus Anlass seines 200-jährigen Bestehens lud das Haus Laurent-Perrier zum «Fascination-Champagne»-Dîner ins Suvretta House. Am Herd stand der deutsche Dreisternekoch Christian Bau. 
Ein Talentwettbewerb hat gezeigt, dass der Engadiner Nachwuchs in der Küche viel zu bieten hat. Gewonnen hat der 17-jährige Claudio Grüger, Lehrling im Hotel Waldhaus Sils. 

Sich austauschen und neue Eindrücke gewinnen ist das Ziel der Kochelite, die sich an Gourmet- festivals trifft. Auch für Lernende kann ein solcher Event zukunftsweisend sein. 
Ein edles Geschenk: Die Schwob AG überreichte drei Grandhotels in St.Moritz je eine 75-jährige Serviette.Mit den eingewebten Logos sind die Textilien wertvolle Zeitzeugen. 
Sind die immer gleichen Programmpunkte an einem Festival nicht langweilig? Nein, sie seien wichtige Rituale und würden von den Gästen geschätzt, sagen Verantwortliche. 
Besondere Herausforderungen am St.Moritz Gourmet Festival gibt es zuhauf. Beispielsweise kocht das Wasser in der Höhe von St.Moritz schon bei 93 Grad. Was bedeutet das für die Starköche und die Garprozesse? 
36 Anlässe in einer Woche - das Gourmet Festival verlangt grosses organisatorisches Geschick. Bei der Agentur Woehrle Pirola laufen die Fäden zusammen. Gründerin Erica Woehrle lobt das Teamwork der ganzen Region. 
In der Region Thunersee sind in den letzten Jahren einige Hotels in die Hände von Asiaten gelangt. In anderen Ferienregionen der Schweiz ist das deutlich weniger ausgeprägt. 





Zürichs Gastroszene gehört zu den vielfältigsten der Schweiz. Originelle Konzepte, gute Küche: Zürich bittet zu Tisch.
Mitten in Interlaken verkauft Beat Hassenstein nach 40 Jahren Einsatz sein Hotel Splendid. Die chinesische Käuferin setzt auf ein Hotel mit Verkaufsflächen: für Uhren und für typische Schweizer Küchen-Ausrüstung.
Ein südkoreanisches Paar hat zwei traditionelle Interlakner Hotels gekauft. Das 4-Sterne-Haus wollen die Investoren als führendes Hotel positionieren.