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08.07.2010
«Keine ernst zu nehmende Konkurrenz»
Läuft Italien zum Teil den Rang ab: Kroatien. Hier die Insel Korcula.
Läuft Italien zum Teil den Rang ab: Kroatien. Hier die Insel Korcula. (© zvg)
Für Schweiz Tourismus sind osteuropäische Länder aufgrund der Kaufkraft der Einwohner Nischenmärkte. Kuoni sieht in Kroatien das grösste Potenzial.
Gudrun Schlenczek

Viele osteuropäische Länder hätten an den internationalen Tourismus-Messen jeweils einen guten Auftritt, weiss Jörg Krebs, zuständig bei Schweiz Tourismus unter anderem für die Tschechische Republik und Polen. Aber als «grosse Konkurrenz» möchte er diese nicht verstanden haben. «Auf jeden Fall nicht in den nächsten zehn Jahren.» Die grössten Mitbewerber blieben Badeferiendestinationen wie Ägypten, die Türkei und Griechenland sowie Österreich. Tschechien stuft Krebs eher als stagnierenden Markt ein, Polen dagegen klar als Wachstumsmarkt. Tschechien habe zwar Berge, die sich aber eher für Langlauf eignen. Was das Thema Wellness betrifft, fehlten Polen die grossen Resorts und die tschechischen Heilbäder seien alt. Neuen Schwung verspricht sich Krebs für diese Länder durch die Euro 2012, die in Polen und der Ukraine ausgetragen wird. Potenzial sieht der ST-Länderverantwortliche noch für Bulgarien, ein Land, das dem Touristen sowohl Ski-Berge als auch Meer bietet und somit für Winter- und Sommerprodukte gute Voraussetzungen hätte. Nur dass Bulgarien heute noch als billige Party-Destination gilt. «Bulgarien ist gut für junge Leute, die günstige Badeferien buchen wollen», schätzt Peter Brun, Mediensprecher von Kuoni Schweiz. Die Infrastruktur sei zum Teil sehr veraltet, es gebe Probleme mit Prostitution, als Konkurrenz für die Schweiz stuft Brun die Ganzjahresdestination deshalb nicht ein. Als grössten Mitbewerber im Osten erachtet Brun Kroatien: eine Flugstunde von der Schweiz entfernt, Berge zum Wandern und Meer, Wellnessangebote, gute Hotels. «Zum Teil läuft Kroatien Italien bereits den Rang ab», meint Peter Brun. Bei Kuoni Schweiz ist Kroatien in Osteuropa Nummer eins, in Polen und Tschechien offeriere man nur Städtereisen. Noch als Geheimtipp stuft Brun Montenegro ein, das touristisch anscheinend in der Liga von St-Tropez mitspielen will.

Für den Schweizer Tourismus seien die osteuropäischen Länder aufgrund der Kaufkraft der Einwohner reine Nischenmärkte, so Véronique Kanel von ST. Polen und Tschechen buchten vor allem in Ägypten und der Türkei Badeferien. Die Tschechen würden auch gern aktive Ferien (zum Beipiel Veloferien) im eigenen Land verbringen. Gemäss Jörg Krebs verspricht Polen für den Schweizer Tourismus allerdings das grösste Wachstumspotenzial.

  
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