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08.07.2010
Hotellerie erlebt den Aufschwung
Kroatien ist das  Land Osteuropas, das die meisten Logiernächte mit  Gästen vom Ausland generiert: sieben Mal mehr als mit Einheimischen.
Kroatien ist das Land Osteuropas, das die meisten Logiernächte mit Gästen vom Ausland generiert: sieben Mal mehr als mit Einheimischen. (© zvg)
In Osteuropahaben sich die Übernachtungszahlen in den letzten zehn Jahren teilweise mehr als verdoppelt.
Gudrun Schlenczek

Der Hotelmarkt fast aller osteuropäischer Ländern ist ein boomender Markt. Dabei wächst in den meisten Destinationen das Incoming deutlich stärker als der Heimmarkt. Lettland konnte gemäss «Eurostat» zwischen 2000 und 2008 die Zahl der Logiernächte (LN) mit ausländischen Gästen mehr als verdreifachen (auf 2,1 Mio.), der Heimmarkt verdoppelte sich (auf 1,3 Mio. LN). Auch Litauen erlebte eine Verdreifachung mit Auslandsgästen (2008: 1,6 Mio. LN) und Einheimischen (auch 1,6 Mio. LN). Bulgarien konnte im gleichen Zeitraum die Logiernächtezahl sowohl mit inländischen (2008: 6,3 Mio. LN) als auch externen Gästen (2008: 11,7 Mio. LN) annähernd verdoppeln. Im Incoming um rund 50 Prozent steigerten Polen (2008: 10,1 Mio.), Rumänien (2008: 4,7 Mio.) und Slowenien (2008: 4,7 Mio) zwischen 2000 und 2008 ihre Zahl der Logiernächte.

Unter der Krise litt auch der Osten
In letzteren drei Ländern stagnierte dagegen der Heimmarkt. Allerdings ist dieser in Polen und Rumänien mehr als viermal, respektive fast sechsmal grösser. Mehr Übernachtungen mit In- als mit Ausländern generiert man nur noch in der Slowakei. In allen anderen Ländern des Ostens überwiegt das Incoming. Am stärksten in Kroatien: 33 Mio. Auslandslogiernächte standen 2008 4,6 Mio. Inlandsnächten gegenüber. 2009 war jedoch auch für alle osteuropäischen Hotelmärkte ein schlechtes Jahr mit Logiernächteeinbrüchen von bis zu 20 Prozent (Lettland, Bulgarien, Rumänien).

Polen bei den Urlaubszielen der Deutschen auf Platz 10
Polen ist gemäss der FUR-Reiseanalyse 2009 als einziger osteuropäischer Staat unter den ersten zehn beliebtesten Urlaubsziele der Deutschen bei Reisen, die länger als fünf Tage dauern. Zum Vergleich: Die Schweiz folgt erst auf Platz 12. Besonders stark wächst die polnische Luxus-Hotellerie, allerdings auf noch sehr kleinem Niveau: 2008 zählte man 27 Fünf-Sterne-Hotels und damit viermal so viele wie 2000, mit 114 Vier-Sterne-Hotels rund dreimal so viele wie im Jahr 2000. Die Anzahl der Drei-Sterne-Hotels verdoppelte sich auf 609. Insgesamt zählte das Land 6857 Beherbergungsbetriebe (2008). Nur Tschechien macht bis anhin bei der harmonisierten Hotelklassifizierung «Hotelstars» mit, Ungarn soll 2010 folgen. In Lettland zeigt man sich interessiert: «Wir denken ernsthaft über einen Beitritt nach», so die Direktorin der lettischen Hoteliervereinigung Santa Graikste, die die Zukunft der lettischen Hotellerie vor allem bei Wellness und Business sieht. Dabei kommen in Lettland die meisten Gäste aus Russland. An zweiter Stelle steht Litauen, dann folgen Norwegen, Estland und Finnland.

Im Rahmen des Erweiterungsbeitrags unterstützt die Schweiz während vier Jahren mit 3 Mio. Franken nachhaltige Hotel-Projekte im Norden Ungarns. Um welche Projekte es sich genau handelt, wird das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco erst im Herbst bekannt geben. Auch in Polen könnte es im Rahmen der KMU-Förderung noch kleinere Förderprogramme geben.

  
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