fokus
02.02.2012
Gesucht: Käufer für den Familienbetrieb
«Die Zimmer­preise sind in der Zwischensaison katastrophal tief gesunken.» René Bettoli, Besitzer Hotel Harder-Minerva.
«Die Zimmer­preise sind in der Zwischensaison katastrophal tief gesunken.» René Bettoli, Besitzer Hotel Harder-Minerva. (© zvg)
René und Elsbeth Bettoli wollen ihren Familienbetrieb verkaufen. Der Preisdruck ist für das Interlakner 2-Sterne-Hotel zu gross geworden.
Christine Künzler

Als René Bettoli das elterliche Interlakner Hotel Harder-Minerva mit seiner Frau Elsbeth übernommen hatte, musste er seine Geschwister ausbezahlen. Damals kamen die Hoteliers noch einfacher zu Geld als heute. Die jungen Bettolis erhielten sogar ein zinsloses Darlehen von der Hypothekar-kasse. Sie waren auf die finanzielle Hilfe angewiesen, denn es standen einige Investitionen an. «Zwischen 1987 und 1989 stockten wir das Haus auf 28 Zimmer auf, ersetzten Küche und WC, installierten Nasszellen und hatten feuerpolizeiliche Auflagen zu erfüllen.» Mit zwei Sternen war das Haus schon geschmückt, als es Bettolis Grossvater führte. «Wir machten es dann zu einem Haus auf einem hohen 2-Sterne-Niveau», hält Bettoli fest. Wie viel er alles in allem in das «Harder Minerva» gesteckt hat, weiss er nicht. Er schätzt, dass es zwischen 10 und 15 Millionen Franken waren.

Positioniert haben René und Elsbeth ihr Hotel als Sommer-Ferienhotel für Familien - erfolgreich, wie Bettoli bestätigt. Im Winter war das Haus geschlossen. Die englischen Feriengäste, die damals die Interlakner Betten füllten, blieben zwischen drei Wochen und zwei Monate. «Da gab es Gäste, die studierten tagelang die Botanik auf der Schynigen Platte oder in der Weissenau», erinnert er sich. «Und wir beherbergten auch Frührentner aus Frankreich.» Viele Gäste waren Stammgäste und trafen sich regelmässig im «Harder-Minerva». «Wir pflegten eine starke Kundenbindung. Das tat bereits mein Vater.»

Alles geht schneller, alles wird kurzfristiger

Dann, im Laufe der Zeit, wurde alles etwas hektischer. Bettolis schafften sich ein Hotelsystem an und vermarkteten ihr Haus über Reservationsplattformen. «Das ist noch keine zehn Jahre her», blickt der Hotelier zurück. «Das Verhältnis von Umsatz und Löhnen veränderte sich. Alles musste schneller gehen, die Buchungen wurden kurzfristiger.» Zwar gehört das «Harder-Minerva» mit 52 Prozent immer noch zu den bestausgelasteten Hotels in Interlaken, «doch die Preise in der Zwischensaison sind katastrophal tief gesunken» - längst haben Bettolis ihr Haus auch winters geöffnet. Für 38 Franken pro Person im Doppelzimmer inklusive Frühstück verkauft er seine Hotelzimmer. Kongresspreise sind etwas höher. «Die Preisspirale dreht sich immer schneller», zieht Bettoli Bilanz. «Und die hohen Kommissionen der Buchungsplattformen machen uns das Leben schwer.»

Der Verkauf an einen indischen Investor ist geplatzt

Heute beherbergen Bettolis vor allem Gruppen aus Asien. Zugewiesen von Tour Operators oder vermittelt von den Jungfraubahnen. «Ich nehme die Gruppen nur, wenn ich genügend Mitarbeitende habe, das heisst, ich passe das Gruppengeschäft meinem Personalbestand an.» Das grösste Problem, sagt Bettoli, seien die fehlenden Gäste aus dem Euro-Raum, die sowohl länger blieben als auch mehr bezahlten. Bettolis helfen sich mit einem zweiten Standbein über die Runden: einem Mahlzeitendienst für betagte und behinderte Menschen.

Kurz: Bettolis wollen ihr Hotel verkaufen, denn inzwischen hat sich Investitionsstau ergeben und ihre Tochter hat sich für einen anderen Beruf entschieden. Letztes Jahr hatte er einen indischen Investor an der Angel, doch Anfang dieses Jahres ist der Deal geplatzt, weil der Käufer nicht zahlen konnte. Jetzt suchen Bettolis weiter. Wir würden am liebsten an Schweizer verkaufen, sagt er. Er hätte auch schon ein Konzept für sein Hotel und Restaurant: «Es braucht einen guten Koch, der traditionelle Schweizer Küche bietet.»

  
Werbung
kommentare zu diesem artikel

hello von joy (13.02.2012 12:25:21)
Dear Friend,
My Name is Joy Mobutu Daughter of Fomer Vice President Of Sierra LeoneMy Family have a business proposition for you which involve m$9,700,000 dollars Deposited in a Bank in London . I need your assistance with Investment of this funds and I will be willing to offer you % of my $9,700,000 dollars for your help. I will also offer you a % of the interest made on the investment.This is a legal transaction and the funds are legally mine. Can I trust you to help me handle these funds?If interested, please send me an email to
joy_mobutu478@yahoo.fr
Greeting Joy


ihr kommentar zum artikel
Was denken Sie zu diesem Thema? Schreiben Sie einen kurzen Kommentar, Ihre Meinung interessiert uns!


Betreff
Text
Hinweis: Es sind max. 400 Zeichen erlaubt.
   
Name
Email
   
Code
   * Bitte obenstehenden Code eingeben
   
   Ich bin mit den Spielregeln einverstanden


Weitere Artikel aus diesem Ressort