Auf der Speisekarte des «Emilio» – seit 50 Jahren die gleiche – stehen gerade mal fünf Gerichte: Carré de porc, Filet de boeuf, Filet de veau, Paella valenciana und Poulet rôti Emilio, ganz oder halb, mit Beilage à discrétion. Zusätzlich seviert das Team des spanischen Restaurants zweimal die Woche ein Spezialitätenmenu: jeden Dienstag Meerfisch und jeden Donnerstag Cocido (spanisches Gesottenes). Generell kann der Gast zwischen neun Vorspeisen, vier Beilagen und fünf Desserts wählen. Für die Vegetarier gibts Tortilla Española. «70 Prozent unserer Gäste bestellen unser Poulet, das wir in vier Gängen servieren», sagt Geschäftsführer Philipp Guardia. Das Geheimnis des «aussen knusprigen und innen weichen» Poulets lässt er sich nicht entlocken. Er verrät lediglich die beiden Zutaten Salz und Erdnussöl. «Wir kochen mit Leidenschaft und Freude und bereiten alle Speisen selber zu», erklärt Guardia. «Wer Pommes frites als Beilage bestellt, bekommt selbst gemachte aus frischen Kartoffeln.» Und wer im «Emilio» Scampi isst, bekomme echte Langustinen-Schwänze vorgesetzt. Und Guardias Pata Negra ist mit der höchsten Qualitätsauszeichnung versehen.
Die Summe einzelner Puzzleteile macht den Erfolg aus
Der Stammgast am Nebentisch speist schon in der dritten Generation im «Emilio»: «Das Essen ist immer gleich schmackhaft.Und: Egal ob in Jeans oder im Frack – ins ‹Emilio› kann jeder kommen. Auch Udo Jürgens und Boris Becker essen hier.» Guardia bestätigt: «Das ‹Emilio› ist ein gehobenes, aber nicht abgehobenes Restaurant.» «Wir verarbeiten nur Lebensmittel von höchster Qualität. So können wir zum Beispiel die Herkunft jedes einzelnen Poulets nachverfolgen.» Guardia erklärt den Erfolg des «Emilio» mit der Summe einzelner Puzzleteile: «Gleich bleibende Qualität, schön gedeckte Tische und klassischer Service. Wir haben in der Regel langjährige Mitarbeitende, dadurch entwickeln sich Freundschaften zu Gästen. Diese spüren, dass wir uns freuen, wenn sie kommen.» Der Gast wird mit Händedruck begrüsst und verabschiedet. «Immer mehr kommen auch junge Leute, Gäste meiner Generation», freut sich Guardia. «Ich will mich ja schliesslich im ‹Emilio› pensionieren lassen.»
Vom «Bürogummi» zum Partyorganisator und zum Gastronomen
Philipp Guardia führt das 80-plätzige und sieben Tage die Woche geöffnete spanische Restaurant seit drei Jahren und in der dritten Generation. Auch Vater Antonio arbeitet im Familienbetrieb mit, welchen dessen Vater Federico 1940 eröffnet hatte. Doch eigentlich wollte Philipp Guardia den elterlichen Betrieb gar nicht übernehmen. «Ich bin ein Quereinsteiger», sagt er. Das «Gastrovirus» hat den gelernten Kaufmann erst dann infiziert, als er damit begann, grosse öffentliche Partys durchzuführen. Er entschloss sich also, die Familientradition weiterzuführen. Nach einem Lehrjahr in der «Emilio»-Küche und im Service ist er heute Chef des Betriebs.
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