Claudio Carbone, welcher Auftrag ist Ihnen lieber: Die Innenarchitektur für eine Kette oder für ein Individualhotel?
Das ist schwierig zu beantworten. Natürlich ist die Arbeit für ein individuelles Hotel mit einer Bauherrschaft, die aus drei bis maximal acht Personen besteht, einfacher und unkomplizierter. Die Entscheidungswege sind meistens kurz und effizient. Aber die Arbeit für eine Kette wie beispielsweise «Marriott» ist eine echte Herausforderung, die mich und meine Firma immer wieder weiterbringt.
Wo liegt der grösste Unterschied bei den beiden Auftraggebern?
Die individuelle Arbeit ist im Prozess einfacher zu planen. Beim Projekt mit einer Kette, einem Franchisegeber und einem Franchisenehmer sind so viele Parteien involviert, die mitreden wollen und müssen. Für uns als Firma gibt es bei diesen Projekten einen wichtigen Grundsatz: Wir bleiben unserer Grundidee treu. Und dort liegt der Challenge. Denn bei so vielen Beteiligten, die alle eine differenzierte Meinung haben, ist die Gefahr gross, den ursprünglichen Plan im Verlauf der Arbeit aus den Augen zu verlieren. Und das darf nicht passieren.
Wie gelingt es Ihnen, dieses Konzept konsequent zu verfolgen?
Wichtig ist, dass wir flexibel sind, aber dennoch unsere Philosophie durchsetzen. Das bedingt neben einer grossen Fachkompetenz ebenso grosse Kommunikationsstärken. Wir dürfen – trotz vielen Inputs der Franchisegeber und -nehmer – unseren Weg nicht verlassen und müssen immer wieder für unsere Idee kämpfen. Das schätzen die Auftraggeber übrigens auch.
Ist die Kreativität beim Innenausbau eines Kettenhotels sehr eingeschränkt?
Nein, auf keinen Fall. Sie bewegt sich in festgehaltenen Normen, aber innerhalb dieser Vorgaben kann mit sehr viel Kreativität gearbeitet werden. Ohne die Kettenhotels wäre übrigens die globale Hotellerie nie dort, wo sie heute ist. Der moderne Zeitgeist hatte immer den Ursprung im Kettenhotel. Das Budget ist gross und der Ehrgeiz einen globalen Trend zu setzen auch.
Also stören Sie die strengen Vorgaben nicht?
Nein, sie beflügeln, innerhalb dieser Normen und Vorgaben etwas Eigenes zu schaffen. Sehen Sie, beim einen Brand sind beispielsweise die Farben Grün und Rot vorgegeben. Wie diese aber interpretiert werden, ist dem Innenarchitekten überlassen. Wie gesagt, es ist eher die Kommunikation, die bei einem Franchise-Modell schwierig und zeitintensiv ist.
Wie offen sind Franchisenehmer und -geber gegenüber neuen und regionalen Einrichtungsideen?
Heute erwarten internationale Auftraggeber von uns ganz klar einen regionalen Touch. Das hat sich in den letzten Jahren noch viel stärker entwickelt. Heute punkten wir bei unseren Konzepten nicht nur mit regionalen Materialien, sondern auch mit der Einbeziehung regionaler Mentalität.
Das heisst, ein Hotel in New York kann für Zürich nicht 1:1 kopiert werden?
Nein, auf keinen Fall. Das ging vielleicht noch vor zehn Jahren, aber heute will der Gast Individualität und regionale Detailliebe.
Aber es gibt sie noch, die multiplizierten Konzepte?
Ja. In den USA gibt es im tieferen Preissegment Hotelketten, die alle Betriebe identisch einrichten. Doch dieses Interior Design ist kurzlebig konzipiert, ist farbiger und wird nach rund drei Jahren völlig erneuert. Das entspricht einem anderen Konzept,das vor allem in den USA gut funktioniert.
Würde Sie so ein Projekt auch reizen?
Klar würde mich das reizen. Es ist immer spannend Trends zu folgen, neue Aufgaben zu bewältigen –und sich dann zu positionieren.
Etwas Molekular-Nebel, eine Prise Nouvelle Cuisine und als Grundlage die klassische dänische Küche: Ronny Emborg, der «Zauberlehrling» aus Kopenhagen, setzt voll auf Effekte. 

Das Treffen von «Engadin-Newcomer» Martin Dalsass mit Roland und Brigitte Jöhri, deren «Talvo» er jetzt übernommen hat, wurde zum Happening am Herd. Gastkoch Otto Koch flüsterte mit. 
Aus Anlass seines 200-jährigen Bestehens lud das Haus Laurent-Perrier zum «Fascination-Champagne»-Dîner ins Suvretta House. Am Herd stand der deutsche Dreisternekoch Christian Bau. 
Ein Talentwettbewerb hat gezeigt, dass der Engadiner Nachwuchs in der Küche viel zu bieten hat. Gewonnen hat der 17-jährige Claudio Grüger, Lehrling im Hotel Waldhaus Sils. 

Sich austauschen und neue Eindrücke gewinnen ist das Ziel der Kochelite, die sich an Gourmet- festivals trifft. Auch für Lernende kann ein solcher Event zukunftsweisend sein. 
Ein edles Geschenk: Die Schwob AG überreichte drei Grandhotels in St.Moritz je eine 75-jährige Serviette.Mit den eingewebten Logos sind die Textilien wertvolle Zeitzeugen. 
Sind die immer gleichen Programmpunkte an einem Festival nicht langweilig? Nein, sie seien wichtige Rituale und würden von den Gästen geschätzt, sagen Verantwortliche. 
Besondere Herausforderungen am St.Moritz Gourmet Festival gibt es zuhauf. Beispielsweise kocht das Wasser in der Höhe von St.Moritz schon bei 93 Grad. Was bedeutet das für die Starköche und die Garprozesse? 
36 Anlässe in einer Woche - das Gourmet Festival verlangt grosses organisatorisches Geschick. Bei der Agentur Woehrle Pirola laufen die Fäden zusammen. Gründerin Erica Woehrle lobt das Teamwork der ganzen Region. 
In der Region Thunersee sind in den letzten Jahren einige Hotels in die Hände von Asiaten gelangt. In anderen Ferienregionen der Schweiz ist das deutlich weniger ausgeprägt. 








Mitten in Interlaken verkauft Beat Hassenstein nach 40 Jahren Einsatz sein Hotel Splendid. Die chinesische Käuferin setzt auf ein Hotel mit Verkaufsflächen: für Uhren und für typische Schweizer Küchen-Ausrüstung.
Ein südkoreanisches Paar hat zwei traditionelle Interlakner Hotels gekauft. Das 4-Sterne-Haus wollen die Investoren als führendes Hotel positionieren.