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09.02.2012
Das Original
Die Tische auf der Corviglia sind bereit für das Great Finale des Gourmet Festival St. Moritz.
Die Tische auf der Corviglia sind bereit für das Great Finale des Gourmet Festival St. Moritz. (© Bilder Swiss-Image)
Gourmetfestivals sind weltweit etabliert. Doch St.Moritz gilt als Pionier dieser Anlässe. Mit einem Budget von einer halben Mio. Franken schreibt das Festival eine schwarze Null.
Simone Leitner

Das St.Moritz Gourmet Festival endete am vergangenen Freitag mit dem Galadinner auf Corviglia (siehe Bild rechts). Seit 19 Jahren trifft sich die Crème de la Crème der internationalen Küchenchefs im Engadin. Gourmetfestivals gibt es heute auf der ganzen Welt. Doch das «Original», darauf sind die St.Moritzer stolz, hätten sie erfunden. Heute ist der Anlass etabliert und das Who's who der Küchenchefs freut sich auf einen Anruf des Eventpräsidenten und Urhebers der Idee, Reto Mathis. «Es ist eine grosse Auszeichnung, ans Festival eingeladen zu werden», betonen hochkarätige Gastköche wie Christian Bau und Régis Marcon, beide ausgezeichnet mit 3 Michelin-Sternen und 19 Gault-Millau-Punkten.

St.Moritz Gourmet Festival wurde oft kopiert

Der St.Moritzer Gourmetanlass wurde 1993 unter der Ägide von Hartly Mathis und Sohn Reto Mathis von Mathis Food Affairs sowie Vertretern der Luxushotellerie gegründet. Im Februar 1994 fand der erste Event statt. Reto Mathis erinnert sich an die Anfänge und insbesondere an den Moment, als der Event international bekannt wurde. «Im zweiten Jahr unseres Gourmet Festivals kam der Tourismusbeauftragte von Singapur auf uns zu und wollte sich den neu kreierten Event ansehen.» Der Minister sei am World Economic Forum WEF in Davos gewesen und hätte vom Gourmetanlass gehört. Doch der Besuch hatte einen bitteren Nachgeschmack: Der asiatische Tourismusexperte kopierte den Event. «Schon kurze Zeit später gab es ein Gourmetfestival in Singapur.» Reto Mathis habe das Plagiat etwas irritiert. Heute sagt er, es sei ein Kompliment, kopiert zu werden.

International renommierte Spitzenköche üben eine besondere Magie aus. Sei es in Sylt, Portugal, Dubai oder Singapur: Gourmetfestivals sind beliebte Möglichkeiten, einer Destination kulinarische Kompetenz zu verleihen. Im Programm einiger Festivals sind Angebote wie die «Gourmet-Safari» zu finden, die in St.Moritz ihren Ursprung hatte. «Doch nicht alle Events haben überlebt», weiss Mathis. Denn als Cashcows können Gourmetfestivals nicht bezeichnet werden.

Mit viel Leidenschaft eine schwarze Null

Die Bilanz von St.Moritz: Eine schwarze Null, gute Sponsoren und viel Leidenschaft. Bei einem Budget von einer halben Million Franken sind die Organisatoren auf langjährige Partnerschaften angewiesen. Keine Grossbank im Rücken, keine inszenierten Shows - das Gourmet Festival im Engadin setzt auf Diskretion und regionale Werte. Ganz im Sinn der Hoteliers. Rupert Simoner, Managing Director des Kempinski Grand Hotel des Bains, weiss den Event zu schätzen. «Es geht nicht in erster Linie ums Generieren von Logiernächten, es geht vielmehr um ein grosses Renommee.» Davon profitiert die ganze Destination. Und es gehe um den «wertvollen Austausch unter unseren Küchenchefs mit den Gastköchen», so Simoner.

  
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«Dass wir kopiert wurden, hat mich irritiert. Aber es ist auch ein Kompliment.» Reto Mathis Event-Präsident Gourmet Festival.   (© zvg)
Rupert Simoner, Managing Director Kempinski.   (© zvg)
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