Stellen Sie sich ein grosses Hotel eines Kongresszentrums vor, in dem 1000 Leute auschecken möchten… Wir können den Hotelmitarbeitern jetzt iPads zur Verfügung stellen, sodass das Auschecken schnell und einfach funktioniert.» Diese Aussage macht John Prusnick, Director of IT Innovation & Strategy von Hyatt Hotels & Resorts, in einem Praxisbericht von Apple. Die Hotelkette hegt Pläne, das iPad unternehmensweit einzusetzen. Vom Einchecken der Gäste bis zum Zimmerservice soll das Tool alles verbessern. Am Chicagoer Hauptsitz schwört man im Geschäftsalltag bereits heute auf den Tablet-PC. In den Andaz Hotels von Hyatt werden die Gäste mit einem iPad empfangen. «Wir können die Kreditkarte einfach durchziehen, die Unterschrift digital aufnehmen und den Gast ins Hotel einchecken», erläutert Prusnick. «Wir können sogar den Zimmerschlüssel codieren, sodass die Gäste direkt ihr Zimmer aufsuchen können.»
Zeitgewinn, der Gästen und Hotel zugute kommt
Dass portable Geräte die Effizienz im Hotelbetrieb steigern können, liegt auf der Hand: «Dank W-LAN in den meisten Hotels ist der Hotelier nicht mehr an seinen Arbeitsplatz gebunden. Mit dem iPad kann er immer und überall auf seine Daten zugreifen. Mit diesem enormen Zeitgewinn ist er eher an der Front bei seinen Mitarbeitenden und den Gästen», erklärt Informatikspezialist Walter Berger, Inhaber der Rebag Data AG in Horgen. Buchungsanfragen jederzeit und überall beantworten? Aktuelle Zahlen prüfen und auf deren Grundlage Entscheide treffen, egal wo man sich gerade aufhält? Möglich macht dies erst die zum Tablet passende Software. Seit vergangenem Jahr ist etwa das «Protel for iPad» der Protel Hotelsoftware GmbH in Dortmund erhältlich - das laut Hersteller erste Hotelmanagement-System, das vollständig auf einem mobilen Endgerät einsetzbar ist. Es kann über den Apple-Appstore bezogen und installiert werden.
In der Schweiz scheint eine solch umfassende Nutzung noch in den Kinderschuhen zu stecken, das iPad wird eher dezent eingesetzt. Laura Amanzi, Marketing & Communications Manager, im Park Hyatt Zürich: «Wir benötigen das iPad vorwiegend interaktiv im Sales-Gespräch, um Dienstleistungen und Angebote zu präsentieren.» Mit dem Hyatt-iPhone-App habe der Gast aber auch hierzulande die Möglichkeit, eigene Buchungen zu stornieren, Check-in oder Check-out selber vorzunehmen - und nehme so dem Hotel auch Arbeit ab. René Probst setzt in seinem Art Deco Hotel Dellago in Melide das iPad vor allem im Restaurant ein. Es dient als Weinkarte. «Das bringt uns einen klaren Vorteil: Wir arbeiten mit vielen kleinen Tessiner Weinbauern zusammen, die unterschiedliche Mengen liefern. Geht ein Wein aus, muss die Karte nicht immer neu ausgedruckt werden», erklärt Probst. Wenn das iPad noch grösser werde, könne er es sich auch als Alternative für die Speisekarte vorstellen. «Man ist flexibler, das ist der Hauptvorteil», so Probst.
Effizienz auf Kosten der persönlichen Note?
Wirft man einen Blick über den Tellerrand, finden sich etwa mit den Qbic Hotels in Amsterdam Selbstbedienungshotels, die bis auf die Zimmerreinigung alles auf ihre Gäste abwälzen. Nach dem Motto «Die beste Bedienung ist die Selbstbedienung» wird die Effizienz auf die Spitze getrieben - was verloren geht, ist die persönliche Note. Ist eine vermehrte Einbindung von neuen Technologien überhaupt vereinbar mit dem Gastgebertum? Laura Amanzi macht sich diesbezüglich im Park Hyatt keine Sorgen: «Auch wenn unser Gast über das iPhone eincheckt, kommt er danach immer noch an die Réception und wird zum Zimmer begleitet. Der letzte Schritt bleibt persönlich.»
Auch René Probst sieht keine Probleme: «Im Gegenteil, unsere Weinkarte führt immer wieder zu lustigen Diskussionen zwischen Gästen und Mitarbeitenden. Entscheidend bleibt deren Qualität.» Die Effizienz im Hotelalltag mithilfe der Technik zu steigern, sieht er als Chance. Mehr noch: «Wir kommen nicht darum herum. Wenn wir eine Hochpreisinsel bleiben, liegt das Potenzial sicher dort, wo wir effizienter werden können. Damit wir die Gäste, die bereit sind den hohen Preis zu zahlen, mit hohem Gästeservice belohnen können.»
Roland Zegg von Grischconsulta ist überzeugt: Der Sommer in der Schweiz hat Zukunft. Nun brauche es passende Angebote. 
«Kreativ sein» heisst das Motto in Graubünden, im Berner Oberland und Wallis diesen Sommer. Die Hotels locken die Gäste mit speziellen Angeboten. 
Der Klimawandel betrifft nicht nur den Winter, sondern auch den Sommer. Nicht nur im negativen Sinne - doch gilt es, die positive Auswirkung «Sommerfrische» gezielt zu vermarkten. 
In diesem Sommer fokussieren die Schweizer Tourismusverantwortlichen vor allem auf den Inland-Markt. Alle Touristiker rechnen mit einem Logiernächte-Minus. 
Bergbahnen setzen vermehrt auf das Sommergeschäft. Sie forcieren es mit innovativen Produkten und Preisvergünstigungen. 
In den Nachbarländern steigt die Zahl der Sommer-Logiernächte. Österreich setzt auf Wandern und Geniessen, Südtirol auf alpine Kompetenz und Bayern auf Aktivurlaub. 
Die Wanderer von heute sind jünger und anspruchsvoller: Modische Wanderbekleidung und ein gutes Essen danach gehören heute immer mehr dazu. 
Graubünden wirbt in diesem Bergsommer um die Familien. Kinder bis 12 Jahre übernachten in 160 Bündner Hotels gratis, bis 15-Jährige mit mindestens 50 Prozent Reduktion. 
Zielgruppe: gut situierte Singles, Gays, Lesben. Die Hotels: das Aviva in Oberösterreich und das Axel Hotel in Berlin. Zwei unkopierte Erfolgsstorys. 







Der Kostendruck zwingt Luxushotels zu mehr Effizienz. Gespart werden kann beim Personal, mit dem richtigen Management, ohne dass es der Gast merkt.
In den Zimmern des Hotel Drei Raben werden Geschichten erzählt. Nürnberger Mythen. Es sind Erzählungen aus der Umgebung, mit der sich der Gast so auseinandersetzt.
Wohnen in Bäumen, genau gesagt in Baumhäusern. Das können Gäste im Norden Deutschlands. Sei es im Design-Baumhausdorf oder im Baumhaushotel.