Seit April 2009 bis zur Eröffnung in der letzten Wintersaison baute die Doppelmayr Garaventa Group eine Anlage mit 86 kuppelbaren Achter-Umlaufkabinen – von Scuol im Engadin auf dessen Hausberg Motta Naluns. Sie ersetzt eine Vierer-Gondelbahn. Ihre Förderleistung beträgt 2800 Personen pro Stunde. Im gleichen 2009 baute der Bergbahn-Marktführer Doppelmayr eine kuppelbare Achter-Gondelbahn auf den Chopok bei Jasná in der Slowakei. Er ist mit 2023,6 m der dritthöchste Berg der Niederen Tatra. Befördern kann die neue Bahn 2400 Personen pro Stunde. Sie ersetzt eine alte Vierer-Gondelbahn, wobei die Trasse talwärts bis zum Hotel «Grand» verlängert wurde.
Sowohl in Scuol und in Jasná ersetzt also eine Achter- eine Vierer-Gondelbahn auf den Hausberg. Sind demzufolge Scuol und Jasná ein konkretes Beispiel für die neue Konkurrenz mit Osteuropa, vor allem im Winter-Tourismus? «Wir haben eine andere Sichtweise», antwortet Ekkehard Assmann, der Leiter Marketing bei Doppelmayr: «Es ist nicht Konkurrenz, sondern eine klassische Win-win-Situation. Aufgrund der osteuropäischen Bergbahn-Investitionen wird der Markt der Skifahrer insgesamt grösser. Wir sehen diesen Effekt zum Beispiel ganz deutlich: Die Anzahl der russischen Skifahrer hat zugenommen, dies dank der neuen Anlagen in Russland.»
Einheimische Investoren und Banken finanzieren die Anlagen
Die Doppelmayr Garaventa Group hat in den letzten drei Jahren in den Ländern zwischen Polen und Georgien 57 Bergbahn-Anlagen errichtet. «Die neuen Anlagen», so Assmann, «sind insbesondere für den Winter gebaut, aber saisonal auch für den Sommer nutzbar.»
Meistens werden die neuen Bahnen im Osten von einheimischen Investoren und Banken, sowie von öffentlichen, für die Infrastruktur zuständigen Körperschaften finanziert. Investoren aus anderen Teilen Europas sind sehr selten.
Doppelmayrs Produktionsstätten, die zugleich Kompetenzzentren für die Kunden und ihr technisches Personal sind, stehen in Wolfurt, Vorarlberg, und in Goldau SZ. Technisch instruiert wird aber im Osten auch vor Ort, mit Betreuung durch Niederlassungen und Vertretungen von Doppelmayr.
Überwiegend Winterbetrieb – mit Tendenz zu mehr Sommerbahnen
Der Konkurrent von Doppelmayr heisst Leitner. Die anderen Player im Geschäft haben nur regionale Bedeutung. Leitner hat in den letzten zwei Jahren zwölf Bergbahnen im Osten gebaut: in Russland, der Ukraine, der Türkei, der Tschechischen Republik, Georgien und Armenien. Die meisten sind kuppelbare Sessellifte. Auch hier geht es bei den neuen Bahnen «hauptsächlich um Winterbetrieb – mit einer Tendenz zu mehr Sommerbahnen», sagt Oliver Kirchheim. Er ist Export Sales Manager der Leitner AG mit Hauptsitz in Sterzing im Südtirol. Laut Kirchheim sind es «aktuell weniger Privatinvestoren», die sich an den Bahnen beteiligen, sondern es laufe «sehr viel über staatliche Infrastruktur-Förderprogramme sowie EU-Förderungen» (siehe auch «In Bulgarien ticken die Uhren noch anders»).
Woran es noch fehlt, sei die Weiterentwicklung des Schneesport-Marktes, sagen sowohl Kirchheim als auch Assmann. Kirchheim meint, dass durch neue Anlagen die Nachfrage gesteigert werden könne. «Man findet in den Skigebieten sehr viele elitäre Zielgruppen.» Das reiche aber nicht aus, um die Bergbahnen profitabel betreiben zu können. Dazu brauche es ein breites Publikum an Schneesportlern.
Kluge Besitzer von denkmalgeschützten Häusern arbeiten von Beginn weg mit der Denkmalpflege zusammen, planen sie einen Umbau. Es gibt zwar Mehrkosten, aber auch Beiträge.
Budget-Hotels mit echtem Design boomen. Und rentieren. Effiziente Flächennutzung und wenig Mitarbeitende sind die Erfolgsfaktoren.
Die Karl Steiner AG baut als Totalunternehmerin gerne Hotels. Projekte, die gut fürs Image und den Umsatz seien, so Orlando Burlon.
Nicht nur als Romantik-Hotel in dieser Höhe wäre es eine Ausnahme. Muottas Muragl ist auch völlig energieautark.
Bauen in der Hotellerie ist komplex: Sei es die Renovation eines historisches Gebäudes oder der Neubau eines Budget-Design-Hotels.
Im «Belvoir» in Rüschlikon bleiben nur zehn Prozent der alten Baumasse erhalten. Direktor Martin von Moos überprüft jeden Schritt der Baufachleute.
Die deutsche 25hours-Gruppe verfolgt Hotelprojekte in Deutschland, Österreich und in der Schweiz. Jedes Land hat ähnliche Bauvorschriften, aber unterschiedliche Planungs-Kultur.
Die Schweiz ist ein hartes Pflaster für Franchisegeber: Der Markt ist zu klein für die nötige Grösse. Eine Alternative ist der Lizenzvertrag.
Immer mehr Hotels werden in der Schweiz im Franchising geführt – trotz mehr Swissness und steigender Nachfrage nach eigenständigen und originellen Konzepten.




Werner Stoller ist seit sieben Jahren Franchisenehmer von Accor. Für den Zürcher Hotelier «eine Erfolgsgeschichte».
Claudio Carbone macht beides: das Interior Design für Kettenhotels und für individuelle Betriebe. Arbeiten für ein Franchise-Modell brauche mehr Fähigkeiten.