1.Wo liegt das Optimum beim Fleischkonsum?
Das können wir nicht genau sagen. In den USA liegt der Konsum bei 120 Kilo pro Kopf, in Europa bei 70, in der Schweiz bei 60. Auf jeden Fall ist klar, dass das nordamerikanische Niveau nicht haltbar ist. Wir wissen aber nicht, ob vielleicht 40 Kilo pro Kopf und Jahr richtig wären. Ich denke, Abwechslung auf dem Speiseplan ist das Beste, es darf auch mal fleischlos sein.
2.Die hohe Rindfleisch- und Milchproduktion wird erst durch Zufütterung möglich. Macht das Sinn?
Im EU-Durchschnitt macht die Getreidemischung 60% des Wiederkäuerfutters aus. Das ist viel. In der Schweiz liegt der Anteil bei einem Drittel. Anhand von Forschungsergebnissen sehen wir, dass das Optimum bei 25 bis 35% liegt. Gerade am Anfang der Laktation hat die Kuh einen hohen Nährstoffbedarf.
3.Raufutter ist aber ökologischer als Kraftfutter?
Im Grundsatz ja. Es macht jedoch Sinn, mit Getreide aus Europa zu ergänzen. Ich sage aber nicht, dass das Gleiche für Importe aus Südamerika gilt. Sojaimporte fürs Kraftfutter können durch besseres Raufutter wie eiweissreicheres Kleegras gesenkt werden. So produziertes Fleisch ist auch ernährungsphysiologisch besser.
4.Der Schweinekübel ist ab 2011 verboten. Gehen Sie dagegen an?
Das hat politisch keine Chance. Wir werden jedoch versuchen, dass Schlachtabfälle wieder im Schweinetrog landen können. Das wurde im Zuge der BSE-Krise verboten. In der Folge stiegen die Sojaimporte bis zu 50%. gsg
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