dolce vita
26.01.2012
Köln verblüfft mit Ideen und setzt Möbel-Trends
Modulares Sofasystem «To Gather», Studio Lawrence, Interior Innovation Award der imm 2012. Preis der abgebildeten Kombination: 8500 Franken.
Modulares Sofasystem «To Gather», Studio Lawrence, Interior Innovation Award der imm 2012. Preis der abgebildeten Kombination: 8500 Franken. (© zvg)
Die internationale Möbelmesse «imm cologne 2012» ist ein Wegweiser zu den neuen Tendenzen. Der Haupttrend ist «Ehrlichkeit», aber es fehlt auch nicht an Spass und Frechheit.
karl josef verding

Wie sehen die Möbel der nächsten Zukunft aus? Wie interpretieren Designer und Hersteller die Wünsche der Menschen nach Möbeln zum Darin-Leben und Sich-Wohlfühlen? Dick Spierenburg ist der Art Director der «imm cologne». Charakteristisch für sein Ausstellungs-Konzept ist das «Pure Village» in Halle 3.2: Grosse und kleine Labels werden in der Intimität eines fast «dörflichen» Rahmens präsentiert. Der gewollte Mix zwischen unterschiedlichen Produktbereichen erzeugt eine besondere Spannung.

Der Art Director der Möbelmesse nennt als Haupttrend «Ehrlichkeit»

Der Art Director der «imm» benennt den Messe-Trend: «Zurzeit stellen sich Architekten und Einrichter immer häufiger die Frage nach der Ehrlichkeit: Mache ich etwas Gutes mit den Mitteln, die ich benutze? Mache ich etwas, das nicht nur für dieses Jahr, sondern auch für eine längere Dauer gut ist?» Man denke heute anders als in einer Zeit, in der alles möglich schien und in der auch das Geld keine Rolle spielte. Man sehe jetzt deutlich, so Spierenburg, dass «Materialien genutzt werden, die einen eigenen Wert haben und diesen auch behalten. Das ist, finde ich, eine wichtige Entwicklung.»

Spierenburg beschreibt das Grundkonzept der Internationalen Möbelmesse: «Ein innovatives Messeformat wie die imm cologne muss Entwicklungen vorgreifen. Gerade eine so stark von gesellschaftlichen Entwicklungen und der dynamisch sich ändernden Designszene geprägte Messe wie die unsere muss ihre Tools von Jahr zu Jahr überdenken. Für eine Messe ist es wichtig, neben allen kreativen Gedanken auch Beispiele aufzuzeigen, wie sich das Wohnen weiter entwickeln kann.»

Bei allem Ernst: Design darf auch mit den Augen zwinkern

Bei aller Ernsthaftigkeit des Designs fehlt es den an der Messe herausragenden Möbeln auch nicht an einem gewissen Augenzwinkern. Und das sogar im Umgang mit klassischen Möbelformen. So wie bei dem von Jan Armgardt entworfenen Sofa «Wave» des deutschen Herstellers Werther Klassik (siehe Bild): Das linke Sitzkissen ist herausnehmbar und bietet dann eine komfortable Sitz-Liege-Position - ideal zum Lesen und Entspannen. Das Sofa wurde vom Rat für Formgebung mit dem «Interior Innovation Award 2012» der «imm cologne» ausgezeichnet.

Lustig anzuschauen, aber auch praktikabel anwendbar - nicht zuletzt in der Gastronomie - ist der Tisch «Marionet» (siehe Bild) des Herstellers Mox aus Zürich. Entworfen wurde er von Simon Busse. Ein raffiniertes Metallteil verbindet im Zentrum drei Tischbeine aus massivem Eichenholz. Ein Gummizug durchdringt die Tischplatte, dient zugleich als Haltegriff und hält die Konstruktion sicher zusammen.

Fakten  Highlights von der Messe der grossen Möbelwelt
imm-Möbel: unsere Auswahl. Insgesamt 1157 Anbieter aus 54 Ländern präsentierten sich an der imm cologne 2012.

Hersteller-Websites der Auswahl:

www.studiolawrence.com

www.mox.ch

www.werther-moebelmanufaktur.de

www.bebitalia.com

www.gan-rugs.com

www.girsberger.com

www.sitoncloud.com

www.adele-c.it

www.cassina.com

www.ton.eu

  
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Wandelbares Sofa «Wave», Werther Klassik, «Interior Innovation Award» der imm cologne 2012, Preis ab 3630 Franken.   (© zvg)
«Husk», B&B, «Best of Best» des Interior Innovation Awards.   (© zvg)
Teppich, Möbelmodule «Gan Spaces» von Gandia Blasco.   (© zvg)
«Marionet» von Mox, Preis voraussichtlich 440 Franken.   (© zvg)
Stuhl «002», Ton, Interior Innovation Award, 255 Franken.   (© zvg)
Speisetisch von «Sit on Cloud», Shanghai, 7550 Franken.   (© zvg)
Sessel «Zarina» von Cesare Cassina,Adele-C,2810Franken.   (© zvg)
Chaiselongue «Tokyo Outdoor», Entwurf Charlotte Perriand, aus der Collection «I Maestri» von Cassina. Ab 3650 Franken.   (© zvg)
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