dolce vita
09.09.2010
Hightech im edlen Haus
Alles neu, bis zur letzten Pfanne: Chef Gregor Zimmermann in seiner Hightech-Küche. Via iPad kann man ihm bei der Arbeit zuschauen.
Alles neu, bis zur letzten Pfanne: Chef Gregor Zimmermann in seiner Hightech-Küche. Via iPad kann man ihm bei der Arbeit zuschauen. (© Alain D. Boillat)
13 Millionen wurden ins «Bellevue Palace» Bern investiert. In die Küche, in die Logistik, backstage. «Wir sind bereit für die nächsten 100 Jahre», sagt Urs Bührer.
Elsbeth Hobmeier

Küchenchef Gregor Zimmermann strahlt vor Freude: «Es sind Welten gegenüber früher. Jetzt haben wir einen wahren Rolls-Royce von Küche», sagt er. Und schaut begeistert auf blitzblanke Flächen, auf die Arbeitsinseln, wo Fleisch, Gemüse, Milchprodukte in getrennten Kreisläufen verarbeitet werden, auf den Induktionsherd mit vier Kochfeldern, einem Grill und grosser Wärmeplatte.

Alles ist neu: Jede Pfanne, jeder Schwingbesen. Allein diese Küche hat 2 Millionen Franken verschlungen. Der grosse Rest ging in die Lagerräume, die Untergeschosse, die Anlieferung, die neuen Lifte, dank denen die Produktionsräume jetzt direkt mit den Sälen und Etagen verbunden sind.

Diese Küche ist das Herzstück des «Bellevue Palace». 1600 Mahlzeiten liefert sie an Spitzentagen. Alles wird hier produziert – die Gerichte für «La Terrasse» und «Le Grill», all die Bankett-Menüs, die Cocktail-Häppchen, den Roomservice, das Catering für Bernerhof und Bundeshaus. 25 Leute verarbeiten hier pro Jahr Frischwaren im Wert von 4,5 Millionen Franken. 140 bis 200 Mitarbeitende sind’s im ganzen Haus – für sie wurde auch ein neues Restaurant gebaut, mit Front-Cooking und mit eigenem Fumoir.

Am letzten Samstag wurde das Gourmetlokal «La Terrasse» wieder eröffnet, der «Grill» folgt Ende Oktober. «Wir haben eine Ziellandung geschafft», freut sich General Manager Urs Bührer, «jetzt sind wir bereit für die nächsten 100 Jahre». Mit Grausen erinnert er sich an die sechs Bagger, die wochenlang in den Fundamenten des ehrwürdigen Hauses wühlten. Einen Monat lang war das Hotel geschlossen, auf der Terrasse mit Blick auf Aare und Gurten wurde Fleisch vom Grill serviert. «Das kam super an, das machen wir wieder», sagt Bührer.

Nächste Woche ist Session mit Bundesratswahlen – also Hochsaison für das «Bellevue Palace». Urs Bührer und sein Team sind gerüstet. Er weiss: Der Gast sieht auf den ersten Blick nicht viel von den investierten Millionen – einzig die renovierte hundertjährige Glaskuppel strahlt heller als gewohnt. Doch backstage ist das Haus topfit. Und das Tun in der neuen Rolls-Royce-Küche kann ein jeder «Terrasse»-Gast verfolgen: Via iPad, der ihm vom Kellner gebracht wird.

  
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Urs Bührer, Direktor Bellevue Palace Bern. <nobr>   (© Alain D. Boillat)</nobr>
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