Architektur ist ein Basler Thema, es kann nicht so bald kopiert werden», sagt Daniel Egloff, der Tourismusdirektor. «Bauten von Weltklasse hat man nicht so schnell. Ihre Bedeutung für den Tourismus ist lange Zeit unterschätzt worden.» Das soll sich augenfällig ändern. Ab März will Basel Tourismus in seinem Web-Auftritt und seiner Image-Broschüre «die Ausstrahlung der Architektur» nutzen, «um eine Aussage über den Charakter der Stadt zu machen», kündigt Egloff an: «Wir zeigen damit, dass wir in die Zukunft gerichtet sind und dass Ästhetik uns etwas bedeutet.» Basel Tourismus gibt den flanierenden Gästen lebendige Architektur-Guides mit. Als speziell herausragende Bauten mit der Klasse von Ikonen nennt Egloff das SBB-Zentralstellwerk der Basler Herzog & de Meuron, den Bau der Fondation Beyeler von Renzo Piano und das Tinguely-Museum von Mario Botta.
Der «Leuchtturm» der neuen Basler Messe steht schon
Zwar «keine Ikone» nach Einschätzung von Egloff, aber «ein Leuchtturm» ist der 105 Meter hohe Messeturm der Architektengemeinschaft Morger & Degelo & Daniele Marques. Er ist zehn Jahre alt. Unter dem wegweisenden Leuchtturm wird sich das neue, bis zum Frühjahr 2013 fertiggestellte Messegelände von Herzog & de Meuron präsentieren. Es ist durch Passerellen mit dem Congress Center Basel (CCB) verbunden, das unter anderem mit einer multifunktionalen Event-Halle ergänzt wird. Jonas Scharf, Leiter des CCB, sagt: «In Basel kann man sich wegen der Dichte an guter und sehr guter Architektur fast nicht entscheiden, welche Bauten die ‹Ikonen› sind.» Was bringen sie der Kongress-Destination Basel? «Die Leute lieben gute Architektur», antwortet Scharf. «Sie erhöht die Aufenthaltsqualität. Sie kann ein Statement ersetzen, das von der Natur her - mit Berg und Tal - nicht da ist.»
«Kapellbrücke und KKL - diese Bildsprache wird von uns genutzt»
«Jeder sieht den Begriff der Ikone möglicherweise anders», sagt Luzerns Tourismusdirektor Marcel Perren. «Aber das Kultur- und Kongresszentrum KKL ist wirklich ein herausragendes Gebäude mit grossem Einfluss.» Für seinen Baumeister Jean Nouvel ist Architektur die «Transformation eines Ortes». Das KKL hat tatsächlich, mit Unterstützung durch Santiago Calatravas Architektur des benachbarten Hauptbahnhofs, das Seeufer auf dieser Seite «transformiert». Es tritt in der Wahrnehmung des Luzerner Gastes, wie Perren immer wieder feststellen kann, in ein spannendes Verhältnis zur traditionellen Architektur der anderen Seeseite und zur historischen Symbolik der knapp zweihundert Meter entfernten Kapellbrücke. Das KKL hat, so Perren, die Destination Luzern und ihre Ausstrahlung verwandelt: «In Luzern dominiert das schöne Alte, aber der Mix mit moderner Top-Architektur macht die Stadt spannender. Die Kapellbrücke und das in geringer Luftlinie entfernte KKL - diese Bildsprache wird von uns häufig genutzt.» Zur gestalterischen Klasse des Baus gehört auch sein Potenzial an Wertschöpfung. Der Konzertsaal gehört akustisch zu den Top Five weltweit. «Berühmte Orchester werden von allen Seiten angefragt, aber kommen in die relativ kleine Stadt Luzern.»
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