Bei solchen Kommentaren könnte sich ein Hotelier insgeheim auf die Schultern klopfen: «Grossartig», «Tolles Hotel», «Empfehlenswert» schreiben die Gäste auf Tripadvisor. «Hervorragend geführt», heisst's auf Booking.com. Holiday-Check kommt auf 97 von 100 Punkten, Booking.com auf 93/100, Trivago und Expedia gar auf 100/100. Im Ranking der «Sonntags-Zeitung» 2011 belegt das «Saratz» Platz 6 der besten Schweizer Familienhotels und figuriert unter den besten Viersterne-Winterhotels.
Direktor Thierry Geiger, der mit seiner Frau Anuschka das Haus seit 2008 führt, zeigt jedoch wenig Regungen, in Eigenlob auszubrechen. «Wir wollen ein Hotel sein für alle, von der Grossmutter bis zum Enkel, vom Single bis zum verliebten Paar», betont er, «unser oberstes Ziel ist unsere Freundlichkeit und die Zufriedenheit unserer Gäste».
Diese Freundlichkeit - welche zur Zufriedenheit bestimmt nicht wenig beiträgt - ist im Hotel Saratz in jedem Bereich, in jeder Ecke spürbar. Aber es ist auch der spezielle Mix von eleganter Grandezza und moderner Architektur, welcher das «Saratz» innerhalb der Schweizer Hotellandschaft heraushebt. Man wandelt durch ehrwürdige Hallen und Gänge, man frühstückt oder diniert im über 130-jährigen Belle-Epoque-Saal und wechselt hinüber in die modern gestylte Bar mit ihren hellgrauen Tuffsteinwänden. Man wohnt entweder hell und farbig im von Pia Schmid eingerichteten «Ela-Tuff-Flügel» oder mit einem Touch Jugendstil im Stammhaus «Chesa Nuova». Man schwitzt im golden schimmernden Sarazenenbad oder geniesst (im Sommer) den 35000 Quadratmeter grossen Hotelpark. Des Abends mischt man sich unter die Einheimischen, die sich um die Bartheke der «Pitschna Scena» drängen, oder man speist elegant im kleinen Gourmetrestaurant bei Valère Braun (15 GM-Punkte). Kurz: Einst und heute, Kunst und Natur, laut und leise, Grandezza und familiär gehen hier eine spannende und anregende Symbiose ein.
«Die Mischung macht's aus», bestätigt denn auch Thierry Geiger. Und erwähnt dabei einige Punkte seiner Philosophie: Gibt es Package-Preise oder Sonderangebote, kommen die auch jedem Stammgast zugute - und als Stammgäste zählen 60 Prozent der Besucher. Social Networking und die eigene Website werden sorgfältig gepflegt - «bereits heute kommen 10 Prozent aller Anfragen via Mobile Phone». Geiger weist aber auch auf den «Spezialfall Pontresina» hin: Des geschützteren Klimas wegen ist die Sommersaison hier vergleichbar stark wie der Winter. Für das sommerliche «Saratz» sprechen der schöne Park mit Spielplatz für die Kinder und die Driving Range für die Golfer. Und das grösste Freibad des Oberengadins.
Speziell ist auch die gute Vertretung der Hoteliers in den politischen Gremien der Gemeinde Pontresina. Denn die Behörde ist hier nicht wie üblich nach Parteien, sondern nach Berufsgattungen zusammengesetzt. «In jedem Gremium ist einer von uns drin, ein jeder Hotelier hat ein Ämtli», erklärt Thierry Geiger und lobt den «ausserordentlich guten Zusammenhalt» der Hoteliers von Pontresina.
Mit dem Sommer 2011 durfte das «Saratz» sehr zufrieden sein, in diesem Winter werde jedoch alles «sehr viel kurzfristiger». Sagt Thierry Geiger. Und fügt gleich hinzu: «Es schadet nichts, wenn wir etwas bescheidener werden».
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