dolce vita
01.07.2010
310 Kilometer im See
Auf seiner Tour durch die Schweiz wird Ernst Bromeis vom Fotografen Andrea Badrutt begleitet. Diese Bilder sind 2008 bei der ersten Etappe des «Blauen Wunders» in Graubünden entstanden.
Auf seiner Tour durch die Schweiz wird Ernst Bromeis vom Fotografen Andrea Badrutt begleitet. Diese Bilder sind 2008 bei der ersten Etappe des «Blauen Wunders» in Graubünden entstanden. (© Andrea Badrutt)
Heute startet der Churer Ernst Bromeis mit dem Projekt «Das blaue Wunder Schweiz». Vor ihm liegt eine Strecke von 1822.8 Kilometern.
Melanie Roth

Diese «Tour de Suisse» hat’s in sich: 309,8 Kilometer Schwimmen, 1498 Kilometer Biken und 15 Kilometer Laufen stehen bei Ernst Bromeis im Juli auf dem Plan. Heute um 12 Uhr fällt der Startschuss zum nationalen Wasserprojekt «Das blaue Wunder – Schweiz 2010». Acht Kilometer, von Rütli nach Flüelen, diese Strecke bringt Bromeis am ersten Tag auf dem Wasserweg hinter sich. Guglielmo L. Brentel, Präsident von hotelleriesuisse, begleitet den Extremschwimmer auf den ersten Kilometern (ein Interview mit Brentel lesen Sie in der nächsten Ausgabe). Für Bromeis ist die Etappe in Flüelen noch nicht zu Ende: Es geht vier Kilometer weiter mit dem Bike nach Altdorf. Dann ist der erste von insgesamt 28 Tagen geschafft, das erste von 17 Gewässern durchschwommen.

Der Lebenslauf des Extremschwimmers ist lang
Bromeis bezeichnet sich selber als Grenzkünstler, Extremschwimmer und Wasser-Botschafter. Der 42-jährige Churer hat beruflich schon die unterschiedlichsten Stationen durchlaufen: Vom Primarlehrer über Triathlon-Trainer bis hin zu Radioredaktor beim Radio Rumantsch ist auf seinem Lebenslauf alles zu finden. Der neuste Streich des verheirateten Familienvaters ist «Das blaue Wunder». Das diesjährige Projekt ist der zweite Teil auf dem Weg zur europäischen Wassertrilogie, welche 2012 mit «Das blaue Wunder Rhein» ihren Abschluss finden wird. Im ersten Teil hat Bromeis vor zwei Jahren in 44 Etappen 200 Seen im Graubünden durchquert. Die Wassertemperatur lag dabei öfters unter 10 Grad Celsius. Bromeis war täglich durchschnittlich 11 Stunden unterwegs. Fragt sich: Wie macht er das? Und warum?

Viel Respekt und grosse Achtung vor dem Wasser
Für Ernst Bromeis hat jeder See eine eigene Seele. Er respektiert das Wasser – und manchmal fühlt er Angst. «Das Wasser ist immer stärker», sagt er. «Dagegen ankämpfen verschwendet Energie». Er achtet, ja, er liebt das Wasser: «Wenn ich das Wasser liebe, dann schätze und wertschätze ich es auch», so der Bündner. Mit dieser Grundhaltung will er die Menschen berühren, sie der Ressource wieder näher bringen.

  
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Auch die Distanzen zwischen den Seen bewältigt Ernst Bromeis mit eigenen Ressourcen, per Bike oder zu Fuss. <nobr>   (© Andrea Badrutt)</nobr>
«Jeder See hat eine eigene Seele», so der Extremsportler. <nobr>   (© Andrea Badrutt)</nobr>
Ernst Bromeis bezeichnet sich  als «Grenzkünstler». <nobr>   (© Andrea Badrutt Digitalfoto Chur)</nobr>
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