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19.06.2008
Ohne gute Website läuft weniger
(© Alain D. Boillat)
Die Hoteliers sind sich einig: Der Internetauftritt wird immer wichtiger. Auch wenn er für einige noch wenige Direktbuchungen generiert.
Christine Künzler

Die Victoria-Jungfrau Collection mit ihren vier 5-Sterne-Häusern Victoria-Jungfrau Interlaken, Palace Luzern, Eden au Lac Zürich und Bellevue Palace Bern, hat ihre Website letztes Jahr neu gestaltet. «Unser Marketingbudget verlagert sich immer mehr in Richtung Online-Marketing», sagt Marketingleiterin Beate Makowsky. Rund 8 Prozent des Marketingbudgets wird für Online-Marketing eingesetzt. Dazu gehört beispielsweise ein Online-Newsletter. Dafür setzt die Victoria-Jungfrau-Collection auf das E-CRM-System von Schweiz Tourismus. «Das Kundenbindungssystem ist ganz auf den Gast ausgerichtet», erklärt Beate Makowsky.

«Dieses Jahr steht das Suchmaschinenmarketing im Fokus. Wir haben dafür mit einer externen Firma zusammen Suchwörter wie zum Beispiel Erlebnis Berner Oberland definiert.» Zudem habe sie Ad-Words-Kampagnen bei Google.ch und Google.de geschaltet. Die Buchungen über die neuen Websites haben den vier Hotels in den letzten fünf Monaten 533000 Franken Umsatz gebracht. «Viele Gäste informieren sich nur im Internet und buchen telefonisch. »

André Rosenberg: «Der Internetauftritt ist das A und O»
Beim Parkhotel Delta in Ascona. laufen laut Direktor Thomas Steiner 90 bis 100 Prozent aller Buchungen über die eigene Website, für die er «80000 Franken im Jahr» investiert. «Drucksachen reduzieren wir aufs Minimum.» Das 5-Sterne-Hotel wird mit Hilfe der Provider in jenen Kanälen platziert, die in den Herkunftsmärkten gezielt kaufkräftige Kunden ansprechen. «Wir haben zwar nicht die eleganteste Website, dafür eine verkaufsstarke. Laut einer Studie gehören wir diesbezüglich zu den fünf Besten der Schweiz», sagt Steiner.

Auch für Käthi Forster, Direktorin des 4-Sterne-Superior-Hotels Sonne in Zermatt ist der Webauftritt sehr wichtig. Letztes Jahr haben sie und ihr Mann eine neue Website machen lassen und dafür 12000 Franken – und nochmal so viel für Fotos – ausgegeben. «Die Fotos brauchen wir auch für unsere Drucksachen», erklärt sie. Forsters Junior hat dafür gesorgt, dass ihre Website weit vorne in der Google-Abfrageliste erscheint. «Da wir 80 Prozent Stammgäste haben, verlinken wir die Site nicht mit Reiseportalen.»

«Der Internetauftritt ist das A und O», sagt André Rosenberg, Direktor des Zürcher 4-Sterne-Hotels Helmhaus. Zwischen 10000 und 15000 Franken hat er dafür ausgegeben, «was viel ist für ein kleines Hotel. Doch wir haben dank unserem Auftritt einige VIPs gewonnen», so Rosenberg. Um seine Website im Internet gut zu positionieren, passt er immer wieder die Packages an, die er dort publiziert. «Mir fällt auf, dass die Site auf der Google-Liste weiter nach oben rutscht, wenn ich etwas verändere.»

Rosenberg sorgt dafür, dass die Zimmerpreise auf allen Plattformen gleich sind. Er trägt sich mit dem Gedanken, ein Tool anzuschaffen, das die Preise automatisch abgleicht. Das «Helmhaus» ist Mitglied bei Swiss Quality Hotels, was dem Hotelier rund 25 Prozent des Umsatzes bringt. 7 Prozent der Buchungen laufen über seine eigene Website. Da alle Buchungsplattformen der Swiss Quality Hotel-Gruppe, inklusive seiner eigenen, verlinkt sind, ist das Zimmerkontingent bald ausgeschöpft. Dann muss der Gast zum Telefon greifen. Dagegen hat Rosenberg nichts: «Telefonisch können wir unser Hotel noch besser verkaufen.»

Mit verschiedenen Domain-Namen das Hotel besser positionieren
Patrick Zettel, Direktor des 3-Sterne-Relais-du-Silence-Hotels Schloss Ragaz in Bad Ragaz, hat mit verschiedenen Reiseportalen einen Vertrag abgeschlossen und zehn Domain-Namen, die zum Hotel passen, reserviert. Damit sollen die Gäste das «Schloss Ragaz» sofort finden. Zwischen 15 und 20 Prozent seiner Gäste buchen per Internet, die meisten jedoch telefonisch. «Oft sitzen sie am Computer, wenn sie anrufen. So kann ich ihnen das Hotel gut erklären», so Zettel. Es sei nämlich nicht ganz einfach, sich einen Überblick über die neun Gebäude umfassende Hotelanlage zu verschaffen. Seine Website werde jährlich von 64000 Besuchern angeklickt, sagt der Direktor. Rund 15000 Franken hat er in seinen Internetauftritt investiert.

Internetauftritte sind nicht nur etwas für Hotels der oberen Kategorien. Das 2-Sterne-Hotel Morteratsch in Pontresina hat ebenfalls einen Webauftritt, für den sie «viel Komplimente» bekomme, wie die Direktorin Barbara Schaffner sagt. Der Auftritt kostet sie jährlich 1000 Franken. Rund ein Drittel ihrer Buchungen kommen dank der Website, sagt sie.

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