Für den Suchbegriff «typically swiss» liegt Potenzial brach, denn hierfür werden kaum Ad-Words geschaltet (vgl. Seite 9). Das zeigt der Test der htr hotel revue.Das heisst: Ein entsprechendes Feld ist noch günstig zu ersteigern. Analysiert hat die htr auch die jeweils erste Seite der Google-Resultateliste.
Da der Kunde die Anzahl Klicks auf seine Ad-Words bezahlt, ergibt sich je nach Tageszeit ein anderes Bild. Wenn der Tageskredit aufgebraucht ist, erscheint das Ad-Word nicht mehr. Der htr-Test erfolgte letzten Montagvormittag.
Sowohl unter google.ch «Web» und google .ch «Schweiz» hat lediglich die Airline Swiss unter «typically swiss» Ad-Words platziert. In der Google-Resultateliste erscheint unter «Web» auf 5. Position die Seite von STnet, dem Intranet von Schweiz Tourismus (ST). Auf dem 6. Platz folgt www.justhungry.com mit einem seitenlangen Artikel über Müllers Buurelädeli in Bonstetten. Gleich anschliessend folgt die Website der htr hotel revue mit dem Artikel über die neue Hotelmarketingkooperation typically swiss. Klickt der Internetuser «Schweiz» an, verändert sich wenig: die drei Seiten positionieren sich nur leicht weiter vorne.
Die Swiss und Müllers Hofladen stehlen andern die Schau
Auch der deutsche Internetbesucher trifft über google.de auf zwei Ad-Words der Swiss. Auf Platz 5 der Suchliste steht als erste touristische Site wiederum STnet. Platz 8 besetzt der Bauernhofladen Müller, Platz 10 die htr. Alle drei Websites bieten dem potenziellen Feriengast wohl nicht, was er sucht. Gibt man statt typically nur «typical» ein, schafft es die ST-Site myswitzerland.com auf Platz 2. Hier wird der potenzielle Schweiz-Gast endlich fündig. Auch bei google.at wird kommerziell fast nur für die Swiss geworben. Ein Ad-Word hat auch www.3Suisses.at platziert. Müllers landen auf Platz 8.
Anders, wenn der User bei der deutschen und österreichischen Google-Site nach dem deutschen Begriff, «typisch schweizerisch» sucht. Auf google.de erscheint keine bezahlte Werbung, auf der Suchliste auf Position 4 die Seite 1st-hotel-schweiz.de mit touristischen Informationen und Hotels. Bei google.at finden sich drei bezahlte Felder, keines davon ist touristischer Art. In der Resultateliste stösst man ebenfalls auf 1st-hotel-schweiz.de – und auf die htr.
Google.fr und Google.it präsentieren sich ähnlich. Bei beiden finden sich keine Ad-Words und bei beiden Suchabfragen erscheint Müllers Hofladen, Swiss Travel von Produkte24 und – manchmal verlaufen Internet-Wege nicht kerzengerade – die chinesische Fassung des Elearn-Programms von ST.
Ein Versuch von der indischen google.co.in-Site aus zeigt: Keine Ad-Words. Auf Platz 5 liegen Müllers. Bei google.com rutschen sie auf Platz 6. Ad-Words sind hier keine platziert. Der chinesische Gast wird unter «typically swiss» nicht fündig: auf google.cn gibt es dazu keine Ad-Words und keine Sites.
Mit Key-Words und einer guten Website an die Spitze
Wer keine Ad-Words schalten will, sollte auf Key-Words und eine attraktive Site setzen. Dass Müllers Hofladen unter www.justhungry.com in vielen Ländern gut positioniert ist – obwohl Müllers gar keine Artikel versenden! – hat verschiedene Gründe. Einerseits enthält die Titelzeile den Begriff bereits: «A typical swiss farm shop». Zudem ist justhungry ein Food-Blog in englischer Sprache. Blogs werden oft angeklickt und erscheinen im Rating deshalb weiter vorne, denn je mehr Klicks, desto besser rangiert. Beeinflussen kann der Betreiber das Rating seiner Site nur mit Key-Words. Will der Hotelier, dass sein Haus in der Suchliste erscheint, wenn der potenzielle Gast unter «typically swiss» sein Zimmer sucht, benutzt er in seinem Text auf seiner Einstiegsseite diesen Begriff möglichst oft. Aufgepasst: Google indexiert keine Bilder sondern nur Text.
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