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22.07.2010
Weko prüft Maestro-Gebühr
Mastercard hat mit Maestro eine Monopolstellung in der Schweiz. Eine Gebührenerhöhung könnte jetzt zum Eigentor werden.
Gudrun Schlenczek

Noch ist das Zahlen mit einer Maestro-Karte relativ preiswert. Pro Transaktion werden je nach Umsatz 12 bis 30 Rappen belastet. Doch seit längerem versucht die US-Lizensgeberin Mastercard weitere Gebühren durchzudrücken. Vor anderthalb Jahren kam Mastercard mit der ersten Gebühr, am 1. Juli folgte die nächste. Weitere Fees sollen folgen. Bislang gibt Zahlungsverarbeiterin Six Multipay die neue Gebühr nicht weiter, hat solches bei der Wettbewerbskomission Weko aber angekündigt. Die Maestro-Gebühren sind Gewerbe und Handel ein Dorn im Auge. Der Verband Elektronischer Zahlungsverkehr VEZ, die Erdölvereinigung und die Six Group haben bei der Weko ein Gesuch um vorsorgliche Massnahmen eingereicht. Bis Ende August solle ein Entscheid vorliegen, so Thomas Nydegger, Leiter Finanzdienstleistungen. Wenn die Gesuchssteller mit ihrem Anliegen durchkommen, könnte die Weko die Gebühren für die Dauer des Untersuchungsverfahrens verbieten. Gleichzeitig müsse die Weko prüfen, ob bei Mastercard eine marktbeherrschende Stellung vorliegt. «Diese dürfen sie haben, aber nicht nicht zu Lasten von Wettbewerbern», so Nydegger.

Derweil sucht der Handel nach Alternativen. Eine wäre V PAY von Visa, die in Deutschland bereits eingeführt ist. «Wir sind im Gespräch», so Pierre André Steim, Präsident des VEZ: «Das einseitige Diktat von Mastercard kann nicht mehr akzeptiert werden.» Aktuell wäre V Pay noch teurer, die Weko hat Visa für drei Jahre eine Gebühr bewilligt. Trotzdem erhofft sich Steim mit einer neuen Debitkarte der Monopol-Stellung von Mastercard ein Ende zu setzen.

  
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