aktuell
23.02.2012
Treue und neue Gäste
ST-Direktor Jürg Schmid freut sich über die wachsende Zahl von Touristen aus den BRIC-Staaten.
ST-Direktor Jürg Schmid freut sich über die wachsende Zahl von Touristen aus den BRIC-Staaten. (© Bilder Photopress)
Die Schweizer Hotels verzeichneten im Vorjahr 2 Prozent weniger Logiernächte als 2010. Für Lichtblicke sorgten die loyalen Schweizer und immer mehr Gäste aus China.
Gery Nievergelt

Gedämpfte Stimmung an der Jahresmedienkonferenz von Schweiz Tourismus: Der starke Franken, die weltweit gehemmte Konsumentenstimmung sowie das schlechte Sommerwetter und der späte Schnee bescherten der Hotelbranche 2011 eine Abnahme der Übernachtungen um 2 Prozent. Deutlich war der Rückgang im zweiten Semester, betroffen waren vor allem die Bergregionen, die vom Freizeittourismus leben. Die Städte dagegen verzeichneten ein geringes Wachstum von 1,6 Prozent. Insgesamt zählten die Statistiker des Bundes schweizweit 35,5 Millionen Logiernächte.

Schweizer kompensieren Minus aus dem Euro-Raum nicht

Rar machten sich die Gäste aus Europa, vor allem aus Deutschland (minus 10 Prozent) und dem Vereinigten Königreich (minus 8,3 Prozent). Da der Franken hart und die Wirtschaftslage angespannt bleibt, dürfte sich dieser Trend fortsetzen. Für 2012 wird bei den Euro-16-Ländern mit einem weiteren Rückgang von bis zu 5 Prozent gerechnet.

Froh war Schweiz Tourismus-Direktor Jürg Schmid deshalb, dass es auch Hoffnungsvolles zu berichten gibt. So bleiben die Schweizer Gäste dem Ferienland Schweiz treu. Mit einem Marktanteil von 44,4 Prozent bleiben sie sowohl im Bereich der Übernachtungen wie auch beim Tagestourismus eine grosse Stütze. Die von Schweizer Gästen registrierten Hotellogiernächte sind gegenüber 2010 um nur 0,1 Prozent gesunken.

Rasanter Anstieg der Gäste aus China

Dies ist auch deshalb erfreulich, weil aufgrund des starken Frankens ringsum die Destinationen preislich attraktiver geworden sind. Schweiz Tourismus will den Schweizer Markt deshalb weiterhin prioritär bearbeiten. Investiert wird etwa in die Sommerkampagne zum Jahr des Wassers sowie in den Aufbau von Produktegruppen mit Wachstumspotenzial wie Well Aging, Well Being, Education oder sanfter Tourismus.

Deutlich verstärken will Schweiz Tourismus auch das Engagement in den strategischen Wachstumsmärkten wie etwa China, Brasilien Indien oder Russland (BRIC-Staaten). Mit gutem Grund, wie das Beispiel China zeigt: Die 191 000 zusätzlichen Übernachtungen von Gästen aus dem Reich der Mitte bedeuten im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg um 47 Prozent.

Noch ist der Anteil der Gäste aus Asien bei den Logiernächten gering. Hält der Trend an, dürften die bei Chinesen beliebten Destinationen wie etwa das Berner Oberland oder Luzern bald an Kapazitätsgrenzen stossen. «Die Schweiz ist derzeit attraktiver denn je», stellte Guglielmo L. Brentel, Präsident hotelleriesuisse, an der Medienkonferenz am Dienstag in Zürich fest. Die Schweizer Hotellerie habe in den letzten zehn Jahren über 10 Milliarden Franken investiert und ihre Qualitätsstandards spürbar verbessert. Das sei eine beachtliche Leistung, betonte Brentel: «Wir haben derzeit ein Preisproblem, aber bestimmt kein Qualitätsproblem.»

Weiterer Artikel zum Thema oben rechts

  
Werbung
kommentare zu diesem artikel

Treue und neue Gäste von Martin Strahm (23.02.2012 12:00:13)
Ich finde es gut, dass Schweiz Tourismus neue Märkte aufbaut. Aus meiner Sicht ist China spannend- sobald für die Hotellerie vernünftige Preise bezahlt werden.


ihr kommentar zum artikel
Was denken Sie zu diesem Thema? Schreiben Sie einen kurzen Kommentar, Ihre Meinung interessiert uns!


Betreff
Text
Hinweis: Es sind max. 400 Zeichen erlaubt.
   
Name
Email
   
Code
   * Bitte obenstehenden Code eingeben
   
   Ich bin mit den Spielregeln einverstanden


Weitere Bilder zum Artikel
Simon Bosshart, Direktor Asia-Pacific bei ST.   (© zvg)
Guglielmo L. Brentel, Präsident hotelleriesuisse.   (© zvg)
Weitere Artikel aus diesem Ressort