Wohl keine Tessiner Hotelimmobilie löst mehr Emotionen aus als das Grand Hotel von Locarno. Seit 2005 ist das Haus geschlossen; alle Versuche der Besitzergemeinschaft, die historische Liegenschaft zu veräussern, scheiterten. Doch seit März dieses Jahres keimt neue Hoffnung. Die Projektentwicklerin und Totalunternehmerin HRS Real Estate AG in Frauenfeld und die Eigentümergemeinschaft haben einen Kaufrechtsvertrag unterzeichnet. Die HRS Real Estate AG entwickelt das Projekt momentan zur Baureife, um es anschliessend einem Investor zu übergeben.
Credit Suisse höchstens potenzieller Investor
Berichte, wonach der Investor mit dem Immobilienfonds der Credit Suisse bereits gefunden sei und die Liegenschaft sogar schon erworben wurde, dementiert HRS-Geschäftsführer Christian Peter: «Das ist schlichtweg falsch.» Gleich tönt es bei der Medienstelle der Credit Suisse. Demnach fand keine Verhandlungsunterzeichnung statt. CS bezeichnet sich höchstens als potenziellen Investor.
In der Tat bestätigt Peter, dass Verhandlungen mit verschiedenen Fonds geführt werden. An einem Erwerb könnten laut Christian Peter aber auch reiche Privatpersonen interessiert sein. Entscheidend sei jedoch, dass eine Baubewilligung und ein entsprechendes Betriebskonzept vorliegen, was bisher noch nicht der Fall ist.
Bis zu 120 Zimmer und Ganzjahresbetrieb
An der Projektentwicklung wird im Moment hart gearbeitet. Das Grand Hotel soll zu einer Luxusherberge mit fünf Sternen werden. An der Seite von Architekt Ivano Gianola arbeitet neu Innenarchitekt Claudio Carbone aus Wolfhalden, der schon mit seinen Umbauten für das Grand Resort Bad Ragaz und das Kulm Hotel St.Moritz auf sich aufmerksam gemacht hat. Er wurde aus fünf Architekten ausgewählt, die von HRS zu einem Wettbewerb eingeladen worden waren.
Christian Peter spricht von einem Luxushotel mit 100 bis 120 Zimmern, das im Ganzjahresbetrieb geführt werden soll; allenfalls einige kleine Appartements mit Hotelservice. Zur künftigen Luxusherberge gehören auch Wellness- und Gesundheitsangebote. Die Investitionen beziffert Peter auf 120 Mio. Franken, den Wert der Immobilie mit 21 Mio. Franken inklusive. Peter ist zuversichtlich, dass sich ein Investor finden lässt. Von der htr angefragte Experten bezweifeln indes, dass ein Fünfsternehotel in Locarno in der Nähe des Bahnhofs rentabel betrieben werden kann.
Giardino, Steigenberger oder Intercontinental?
Spekuliert wird bereits, wer das Hotel allenfalls betreiben wird. Die Zeitung «Sonntag» wollte wissen, dass Credit Suisse die Leitung in die Hände der Giardino-Gruppe von Ascona legen will. Giardino-Direktor Philippe Frutiger war wegen Ferienabwesenheit für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Christian Peter betont seinerseits, dass es nie einen direkten Kontakt mit dem Giardino gab. Im Gegenzug nennt er Hotelketten wie Steigenberger oder Intercontinental, die allenfalls interessiert sein können.
Sicher ist vorläufig, dass die Gemeinde Muralto den Detailzonenplan für das Areal rund ums Grand Hotel verabschieden muss. Nachdem der Gemeinderat den Plan im Juni verabschiedet hat, wird er vom 23. August bis 21. September öffentlich aufgelegt.
Es waren gute fünf Jahre. Sie sind vergangen wie im Flug. Trotzdem ist jetzt die Zeit für mich gekommen, «Adieu, hotel revue» zu sagen. Denn man soll, an diesen Grundsatz glaube ich, aufhören, wenn es am schönsten ist.
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Für den Kurzaufenthalt eine Wohnung statt ein Hotelzimmer: die Plattform Housetrip.com macht's möglich - auch in der Schweiz.
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