Christian Baumgartner*, ist Nachhaltigkeit nicht zu einem Modewort verkommen?
Ja schon, daher gibt es viele Missverständnisse, da der Ausdruck Nachhaltigkeit in vielen Bereichen missbräuchlich verwendet wird. Allerdings kann man sich auf konkrete Inhalte einigen.
In welchem Sinn denn?
Einerseits ist Nachhaltigkeit nicht gleichzusetzen mit Umweltschutz, es ist bedeutend mehr. Nachhaltigkeit berücksichtigt neben Umweltkomponenten auch soziale und kulturelle Komponenten, und auch die Wirtschaftlichkeit. Das grösste Missverständnis ist die Meinung, dass man wirtschaftlich agieren muss und deshalb keine Rücksicht auf die Nachhaltigkeit nehmen kann.
Und wie dringend ist Nachhaltigkeit im Tourismus?
Es ist dringend nötig, in die Nachhaltigkeit zu investieren. Einerseits weil dies die Gäste immer mehr verlangen, aber ohne es Nachhaltigkeit zu nennen. Deshalb würde ich Nachhaltigkeit nie im Marketing verwenden. Die Gäste wünschen immer mehr lokale Produkte, Authentizität und Qualität. Dies sind alles Begriffe, die zur Nachhaltigkeit zählen.
Wie steht es aktuell um die Nachhaltigkeit im Schweizer Tourismus?
Man muss den Blick auf die unterschiedlichen Akteure werfen. Im Marketing gibt es gute Ansätze. Schweiz Mobil ist ein wunderbares Beispiel für Mobilitätslösungen. Ein Manko sehe ich bei der Hotellerie. Hier wird oft zu kurz gedacht, beispielsweise bei den sozialen Aspekten der Nachhaltigkeit. Mitarbeiterschulungen und Arbeitsbedingungen werden oft noch vernachlässigt. Es ist einfacher, einen Hotelier zu überzeugen, er möge in Energieeffizienz investieren, weil man vorrechnen kann, dass er damit Geld sparen kann. Man kann jedoch auch im Sozialbereich wirtschaftliche Argumente finden. Wenn die Angestellten gut behandelt werden, sind sie weniger oft krank und kommen in der nächsten Saison wieder. dst
*Christian Baumgartner ist Landschaftsökologe und seit 2005 Generalsekretär der Naturfreunde Internationale. Neben seiner Lektorentätigkeit in Wien, Krems und China ist er Mitglied der Tourism Sustainability Group der EU-Kommision. An der GV des STV in Lugano führte Baumgartner einen Workshop zum Thema Nachhaltigkeit im Tourismus durch.
Es waren gute fünf Jahre. Sie sind vergangen wie im Flug. Trotzdem ist jetzt die Zeit für mich gekommen, «Adieu, hotel revue» zu sagen. Denn man soll, an diesen Grundsatz glaube ich, aufhören, wenn es am schönsten ist.
Einen Tag nach Obwalden hat auch die Nidwaldner Regierung nach dem Vernehmlassungsverfahren das neue Tourismusförderungsgesetz optimiert und dem Landrat überwiesen. Im Vergleich zum ersten Entwurf sollen Hoteliers und Zweitwohnungsbesitzer entlastet werden.
Der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) empfiehlt die Volksinitiative «Schluss mit uferlosem Bau von Zweitwohnungen» zur Annahme. Der Freizeitverkehr in die Berggebiete stelle ein ernsthaftes Problem dar, so die Argumentation.

Im Rennen um die Übernahme der bekannten Therme Vals hat Stararchitekt Peter Zumthor einen Teilsieg errungen. Der Gemeinderat von Vals empfiehlt den Stimmberechtigten die Annahme des Angebots von Zumthors Interessengemeinschaft.
Für den Kurzaufenthalt eine Wohnung statt ein Hotelzimmer: die Plattform Housetrip.com macht's möglich - auch in der Schweiz.
Boutique-Hotels sind im Trend. Allerdings ist es nicht ganz einfach, die kleinen Häuser mit dem gewissen Etwas rentabel zu betreiben.
Im Seilziehen um die berühmte Therme in Vals (GR) hat am Dienstag eine Gruppe Einheimischer ein Kaufangebot angekündigt. Beteiligt ist der ehemalige Verwaltungsratspräsident der Therme, Pius Truffer. Damit wetteifern nun drei Parteien um das Bad.
Die Obwaldner Regierung hat das neue Tourismusgesetz und die Tourismusverordnung dem Kantonsrat überwiesen. Gegenüber dem ersten Entwurf werden die Beherberger deutlich entlastet. Dagegen wird die Restauration höher belastet. Die Vorlage wird im März 2012 beraten.





Die Schweizer Käsebranche hat dem starken Franken getrotzt und 2011 mehr Käse exportiert als im Vorjahr. Zugelegt haben vor allem kleine Spezialitäten wie Berg- und Alpkäse. Die bekannten Sorten wie Appenzeller hingegen büssten ein.
Die Bündner Regierung empfiehlt die Ablehnung der Volksinitiative zur Einschränkung des Zweitwohnungsbaus. Das Volksbegehren, das den Anteil der Ferienwohnungen in jeder Gemeinde auf 20 Prozent beschränken will, schiesse weit über das Ziel hinaus.