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09.02.2012
Manager reisen eifrig
Mit zunehmendem Export bleiben Geschäftsreisen zur Pflege der Kundenbeziehungen wichtig.
Mit zunehmendem Export bleiben Geschäftsreisen zur Pflege der Kundenbeziehungen wichtig. (© Fotolia)
Das Geschäftsreiseaufkommen dürfte 2012 stabil bleiben, während die Preise weiter steigen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie von Air Plus.
Robert Wildi

Trotz trüber Wirtschaftsaussichten dürften 2012 in Europa die Frequenzen im Geschäftsreisemarkt gegenüber dem Vorjahr stabil bleiben. Dies geht aus der aktuellsten «Travel Management Study» von Air Plus hervor, die in Zürich vorgestellt wurde. Air Plus ist eine Lufthansa-Tochtergesellschaft und international führende Anbieterin von Analyse- und Bezahllösungen im Geschäftsreisemanagement. Heuer wurden 1700 Geschäftsreiseverantwortliche von Unternehmen aus 20 Ländern befragt.

2011: Anzahl Geschäftsreisen in der Schweiz um 11% gestiegen

Auch Schweizer Travel Manager sind von der Studie erfasst worden und geben sich vorsichtig optimistisch. 31% erwarten für das laufende Jahr eine steigende Geschäftsreisetätigkeit in ihrem Unternehmen. «Dies, nachdem die Anzahl Geschäftsreisen in der Schweiz bereits im Jahr 2011 um rekordverdächtige 11% zugenommen hat», erläutert Klaus Stapel, Managing Director von Air Plus in der Schweiz. Auch 2012 hat gut begonnen. Im Januar lag der Umsatz von Air Plus Schweiz um 7 bis 8% über dem Vorjahresmonat. «Ein Indiz, dass die Geschäftsreisetätigkeit weiter zugenommen hat», erläutert Klaus Stapel.

Auch auf internationaler Ebene ist Air Plus optimistisch. Da bei erwarteter Stabilität der Geschäftsreisefrequenzen die Preise laut Studie eher steigen dürften, ist ein Umsatz-Wachstum zu erwarten. Weltweit hatte Air Plus 2011 Geschäftsreiseumsätze von 10,3 Mrd. Euro verwaltet. «Für das laufende Jahr rechnen wir vorsichtig mit einer Steigerung um 9% auf 11,2 Mrd. Euro», sagt Patrick W. Diemer, CEO von Air Plus international.

Mit «Debitkarte» gegen Airline-Gebühren

Diemer sieht den Geschäftsreisemarkt mit zwei grossen Herausforderungen konfrontiert. Zum einen erheben immer mehr Fluggesellschaften Gebühren, wenn die Kunden ihre Flüge mit Kreditkarten buchen. «Eine leidige Entwicklung, die wir aber nicht stoppen können». Air Plus versucht nun, diesem Trend mit einer «Debitkarte» zugunsten der Kundenunternehmen entgegenzuwirken.

Patrick W. Diemer rechnet weiter damit, dass die in den USA und bei Billigfliegern längst eingeführten Zusatzgebühren auch bei europäischen Fluggesellschaften Einzug halten werden. «Das wäre auch ein Problem für unsere Kunden in der Schweiz», gibt Klaus Stapel zu Bedenken.

Den verhaltenen Optimismus der Branche können diese Entwicklungen gleichwohl nicht trüben, wie die Studie von Air Plus belegt. Dass Firmen ausgerechnet bei den Geschäftsreisen weiterhin nicht sparen, hat gemäss Patrick Diemer zwei Gründe: Zum einen würden Exporte immer wichtiger, Kundenbeziehungen dadurch immer internationaler. Zum andern gebe es einen Trend Richtung «vertiefte Kundenbeziehungen». Das heisst, Unternehmen investieren vermehrt in die Pflege ihrer Geschäftspartner.

Nachgefragt: Patrick W. Diemer
Der 1957 in Mainz geborene Patrick W. Diemer stiess im Jahr 2003 zu Air Plus International. Er ist am Sitz in Frankfurt am Main als Vorsitzender der Geschäftsführung für Marketing, Vertrieb, Personal und Strategie zuständig.

1. Was darf die europäische und Schweizer Business-Hotellerie kommerziell vom Jahr 2012 erwarten? Sie darf optimistisch sein. In der Schweiz ist die Anzahl der Geschäftsreisen im Jahr 2011 um rekordverdächtige 11% gestiegen. Für 2012 dürfte die Entwicklung in diese Richtung weitergehen.

2. Was bedeutet dies für die Verhandlung von Firmenraten zwischen Unternehmen und Hotels? Die Hotellerie profitiert vom Aufschwung und ist weniger auf Firmenraten-Deals angewiesen, um ihre Betten zu füllen. Auf der anderen Seite stellen wir fest, dass die Reisemanager der Unternehmen immer mehr Flexibilität wollen und in der Tendenz ebenfalls weniger fixe Kontingentsvereinbarungen mit bestimmten Hotels eingehen.

3. Welche Seite ist abhängiger von solchen Firmenraten-Deals? Wo eine Firmenrate vereinbart wird, sollte eine Win-win-Situation für beide Parteien entstehen. Wenn ein Unternehmen einem Hotel im Sinne einer Stammpartnerschaft etwa auf Jahre hinaus fixe Zimmer-Kontingente abnimmt, lohnt sich das auch für das Hotel. Es kann sein Geschäft längerfristig planen und ist bereit, Rabatte zu gewähren.

4. Können sich Hotels anderweitig bei Businessreisen positionieren? Generell sollten Business-Hotels ihre Firmenkunden nicht nur über die Firmenrate anbinden. Wichtiger ist es, sie durch einen starken Service zu gewinnen und zu halten. Trägt das Hotel zur Prozessoptimierung des Kunden bei, ist viel gewonnen.

 

 

  
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