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09.02.2012
Ins Haus statt ins Hotel
Das Apartment «Alte Schmiede Harley» in Berlin bietet Platz für vier Personen.
Das Apartment «Alte Schmiede Harley» in Berlin bietet Platz für vier Personen. (© zvg)
Für den Kurzaufenthalt eine Wohnung statt ein Hotelzimmer: die Plattform Housetrip.com macht's möglich - auch in der Schweiz.
Daniel Stampfli

Das Konzept von Housetrip beruht darauf, dem Feriengast eine Ferienwohnung oder eine Villa zum Preis eines Hotelzimmers anzubieten. Lanciert wurde die Internet-Plattform von zwei Absolventen der Ecole hôtelière de Lausanne (EHL), Arnaud Bertrand und Junjun Chen. «Erstmals aufgeschaltet wurde das Angebot im Januar 2010, die Vorarbeiten für die Lancierung von Housetrip begannen im Jahr 2009», sagt Gründer und CEO Arnaud Bertrand. Der Hauptsitz ist in Lausanne. Weitere Büros hat das Unternehmen in London und Lissabon. Aktuell werden insgesamt rund 80 Personen beschäftigt.

Professionelle und private Vermieter

Housetrip behauptet von sich, «Europas grösste Internetseite für Buchungen und Vermietungen von hochwertigen Privatwohnungen und Ferienapartments» zu sein. Das Angebot umfasst gemäss Bertrand heute rund 65000 private Wohnungen und Häuser an mehreren tausend Orten weltweit, aber vorwiegend in Europa. Es handelt sich sowohl um Apartments für den Kurztrip in Europas Trendmetropolen als auch um gemütliche Ferienhäuser für die ganze Familie in beliebten Ferienregionen. «Wir zählen sehr viele Familien zu unseren Kunden. Aber auch Ehepaare nehmen unser Angebot oft in Anspruch», so Arnaud Bertrand weiter. Vermieter seien sowohl professionelle Anbieter, wie etwa Interhome, als auch sehr viele private Eigentümer, die ihre Wohnungen kurzfristig vermieten möchten.

100'000 Übernachtungen in einem einzigen Monat

Von November 2010 bis November 2011 verzeichnete die Internetplattform ein tausendprozentiges Wachstum, sowohl was das Angebot an Apartments und Ferienhäusern als auch die Zahl der Buchungen betrifft. Alleine im Januar 2012 wurden rund 100000 Übernachtungen generiert.

Um eine gesicherte Bezahlung für Vermieter- und Mieterseite zu garantieren, verwaltet Housetrip die Vorauszahlung der Gäste bis zum zweiten Tag des Aufenthaltes. Der Vermieter erhält also erst dann seine Zahlung, wenn sicher ist, dass die Unterkunft tatsächlich bereitgestellt wurde. Die Zufriedenheit der Gäste werde durch ein Bewertungssystem gewährleistet.

Das Westschweizer Startup-Unternehmen zählt Index Venture, Balderton Capital und verschiedene so genannte Business Angels zu seinen Investoren. Im November konnte eine Finanzierungsrunde über 15 Mio. Franken abgeschlossen werden. Arnaud Bertrand und sein Team wollen das Geld nutzen, um das Angebot weiter auszubauen und mit Marketing und weiteren Sprachversionen ihrer Website die Reichweite von Housetrip zu erhöhen.

Nachgefragt: Arnaud Bertrand
Der Franzose Arnaud Bertrand (27) war 2009 Mitbegründer von Housetrip und ist seit der Firmengründung CEO. Er besitzt einen Bachelor in Hotelbetriebswirtschaft der Ecole hôtelière de Lausanne.

1. Wie ist die Idee zur Lancierung von Housetrip entstanden? Wir machten beim Reservieren einer Ferienwohnung in Schottland sehr schlechte Erfahrungen. Die Reservation und die Zahlungsmodalitäten waren sehr kompliziert. Die Idee war, die Reservation einer Ferienwohnung mit wenigen Clicks im Internet ebenso einfach zu machen wie die Reservation eines Hotels.

2. Sie absolvierten die EHL und konkurrenzieren nun die Hotellerie? Ja, ich bin wie Brutus, der Sohn von Cäsar. Spass beiseite. Ich glaube, dass Konkurrenz immer positiv ist. Die beiden Angebote ergänzen sich aber auch. Je nach Bedürfnis bevorzugen die Gäste ein Hotel oder eben eine Ferienwohnung.

3. Ist die Schweiz ein guter Markt? Die Hotellerie ist doch hier traditionell stark verankert? Von unseren Mietern entfallen rund fünf Prozent auf Schweizer, die Wohnungen vorwiegend in ausländischen Städten belegen. Bei den Vermietern sieht es anders aus. Da macht der Anteil der Schweizer am Total nur rund ein Prozent aus. Es ist einfacher, Vermieter etwa in Paris zu finden als in der Schweiz.

4. Wie kommen Sie zu immer neuen Angeboten? Dies funktioniert sehr stark über die Mund-zu-Mund-Propaganda. Leute, die als Vermieter positive Erfahrungen gemacht haben, erzählen dies in ihrem Bekanntenkreis weiter. Im Schnitt kommen pro Woche rund 1000 Wohnungen neu hinzu.

  
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