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09.09.2010
Ein Neustart im Wallis
Das Matterhorn: Ein Trumpf des Walliser Tourismus, der künftig noch besser ausgespielt werden soll.
Das Matterhorn: Ein Trumpf des Walliser Tourismus, der künftig noch besser ausgespielt werden soll. (© Swiss-Image)
Der Kanton Wallis wagt sich erneut an eine grosse Tourismusreform. Diesmal werden alle miteinbezogen, um einen Rückschlag wie beim Tourismusgesetz zu verhindern.
Theres Lagler

Das Wallis soll zur Topdestination im Alpenraum werden. Das ist das erklärte Ziel des Projekts «Tourismus 2015», das der Walliser Volkswirtschaftsdirektor Jean-Michel Cina letzte Woche lanciert hat. Der Staatsrat wagt sich damit erneut an eine Tourismusreform, hat aber die Lehren aus der wuchtigen Ablehnung des Tourismusgesetzes im November 2009 gezogen. Diesmal verzichtet er auf ein Gesamtpaket, um unbestrittene Teile der Reform rascher realisieren zu können. Zudem setzt er auf eine breite Partizipation.

Tourismusgipfel soll helfen, einen Konsens zu finden
Am kommenden 28. September findet erstmals ein kantonaler Tourismusgipfel statt. 200 Personen aus Wirtschaft und Politik sind dazu eingeladen, darunter auch jene Exponenten, die das Tourismusgesetz zu Fall brachten. «Ich verstehe den Tourismusgipfel als grosses Sounding-Board, das unseren Arbeitsgruppen wertvolle Inputs geben kann», erläutert Cina. Drei Arbeitsgruppen hat der Steuerungsausschuss, der von Cina präsidiert wird, eingesetzt. Sie kümmern sich um die Schaffung einer Gesellschaft für Wallis Werbung, um den Aufbau eines Tourismusobservatoriums und den Bereich Strukturen und Finanzen. «Der Ausgang ist noch völlig offen. Ich will mich nicht erneut in ein Abenteuer stürzen. Ich habe meine Ideen für den Walliser Tourismus bereits einmal skizziert», hält Cina dazu fest. Innerhalb eines Jahres müssen die Arbeitsgruppen der Regierung ihre Empfehlungen abliefern.

Kommunikation aus einem Guss
«Das ist ein enger Zeitplan», betont Tourismusberater Peter Furger. Er leitet die Arbeitsgruppe, die sich mit der künftigen Vermarktungsorganisation beschäftigt. «Die ersten Sitzungen haben aber gezeigt, dass alle Beteiligten in die gleiche Richtung gehen wollen. Das ist viel wert.» Furger möchte die neue Vermarktungsorganisaton nicht unter der Affiche «Wallis Werbung» laufen lassen. «Wallis Kommunikation» sei umfassender. «Ich habe schon immer von einer professionellen Kommunikation geträumt, die nicht nur den Tourismus, sondern auch die regionalen Produkte, die Kultur und alle andern Wirtschaftszweige umfasst.» Das Vorhaben sei komplex – wenn es gelinge, sei es aber einzigartig, ist Furger überzeugt.

Bessere statistische Grundlagen für Entscheidungsträger
Marketing ist das eine, statistische Grundlagen für die Entscheidungsträger der Branche das andere. Josef Zenhäusern, Präsident des Verkehrsvereins Leukerbad, leitet die Arbeitsgruppe, die den Aufbau des Tourismusobservatoriums abklärt. Er war verhindert und konnte an der Medienkonferenz nicht teilnehmen. Staatsrat Cina liess aber keine Zweifel am Nutzen eines solchen Tools aufkommen. «In der Weinwirtschaft haben wir bereits ein solches Observatorium. Es liefert hervorragende Marktdaten.» Das Weinobservatorium wird komplett vom Staat finanziert. Ob das auch beim Tourismusobservatorium der Fall sein wird, ist Teil der Abklärungen.

Neues Finanzierungssystem wohl erst längerfristig möglich
Bleiben die Strukturen und die Finanzierung des Tourismus – das heikelste Geschäft, das beim abgelehnten Tourismusgesetz zum Stolperstein wurde. Die Arbeitsgruppe von Luc Fellay, Gemeindepräsident von Champéry, nimmt sich dieses Themas an. «Ich verstehe mich als Ideensammler und Koordinator der Diskussion», betont er. Es gehe darum, moderne Strukturen zu schaffen und dann über ein kohärentes Finanzierungssystem nachzudenken. Handlungsbedarf sei da, da waren sich alle einig. Das Wallis sei im Vergleich zur Konkurrenz in Rückstand geraten.

  
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