Guglielmo L. Brentel, die Empörung in der Branche ist gross, die Stimmen, die sich gegen die Erhöhung der HRS-Kommission wehren wollen, nehmen zu. Was beschäftigt am meisten?
Die Diskussion beginnt hierzulande gerade. Ich höre aber nun von vereinzelten Mitgliedern, dass sie einen HRS-Boykott in Betracht ziehen - so, wie er in der deutschen Hotellerie seit Bekanntgabe der neuen AGB Thema ist.
Raten Sie zu einem Boykott?
Ich habe durchaus Verständnis für solche Überlegungen. HRS hat auf die deutschen Proteste ja reagiert und versucht nun mittels Vertriebskostenanalyse zu erklären, wohin das Geld fliesst (siehe weiter unten). Aber Boykott ist eine kriegerische Massnahme, die selten zum gewünschten Ziel führt und aus Verbandssicht keine Lösung sein kann.
Weshalb nicht?
Krebst HRS zurück, macht es ein anderer. Bereits vor zwei Jahren am Ferientag sprachen wir von künftig steigenden Kommissionen, nun tritt das ein. Mit welchen Kanälen ein Hotelier arbeiten will und kann, ist letztlich ein unternehmerischer Entscheid, den er selbst fällen muss. Aber dabei muss er sich zwingend fragen, was die Alternativen sind.
Meinen Sie damit die Null-Prozent-Alternative von Buchungen via eigener Website?
…das ist die beste aller Möglichkeiten - leider sind noch immer zu viele Hotels in diesem Bereich zu wenig fit. Andererseits haben wir mit STC bereits eine gute nationale Alternative. Welche Rolle hotelleriesuisse, Schweiz Touris- mus und die SBB hinsichtlich dieses Vertriebskanals künftig spielen werden, ist Gegenstand aktueller Ver- handlungen - ein Projekt, von dem wir uns viel versprechen.
Zum Beispiel?
Nun, es kann doch nicht sein, dass die Bundesverwaltung und die Swisscom sämtliche ihrer Hotelbuchungen über hotel.de abwickeln! Nicht nur diese Grössen auf Schweizer Buchungswege zu führen, ist eine wichtige Arbeit, die wir aktuell leisten müssen. Voraussetzung dafür ist aber auch - Stichwort Online-Transparenz -, dass die Hotels STC die gleichen Preise und Verfügbarkeiten geben wie allen anderen Kanälen.
Wie behandelt hotelleriesuisse wettbewerbsrechtliche Fragen zu HRS und deren Tochter hotel.de?
Unsere Rechtsabteilung führt seit letztem Juni Gespräche mit der Wettbewerbskommission Weko. Sie ist sensibilisiert und beleuchtet die Thematik kritisch. Im Übrigen werden auch die AGB aktuell von unseren Experten juristisch sehr genau geprüft. Das dauert aber leider noch seine Zeit.
Investitionen in Technik und Personal So argumentiert HRS
In einen transparenten Dialog treten»: Das will HRS mit der
Aufschaltung eines Web-Forums und reagiert damit auf die starke Resonanz
aus der deutschen Hotellerie zur Erhöhung der Kommissionssätze von 13
auf 15 Prozent. Stein des Anstosses ist insbesondere auch, dass die
Online-Plattform HRS die Anhebung via Anpassungen der AGB, gültig ab
1.März, bekannt gab.
HRS will mit der Seite auf häufig gestellte Fragen antworten und näher über die Vertriebskosten informieren: So stellt das Portal auch eine Vertriebskosten-Analyse zum Download bereit, welche Geschäftsführer Tobias Ragge vergangenen Montag am Deutschen Hotelkongress als Gastredner präsentierte. Ragge betont im Vorwort zum Forum: «Die Kommissionserhöhung hat jedoch, anders als vielfach kommentiert, nichts mit der Übernahme der hotel.de AG zu tun». Vielmehr führe die «immer vielfältiger und komplexer werdende Hotel-Vertriebslandschaft zu steigenden Vertriebskosten» und erfordere zusätzliche Investitionen in Technik und Personal. Dazu gehöre die Erschliessung neuer Märkte und Segmente, die Vermarktung mit neuen Kanälen wie Apps oder das Eingehen von Partnerschaften wie die neue strategische Allianz mit Amadeus IT und die Einbindung der Hotelpartner in deren GDS.
Die ganze Vertriebskosten-Analyse auf dem HRS-Forum: http://blog.hrs.de
Die Kantone wollen den Tourismus stärken. Doch sie tun sich schwer damit. Das zeigt exemplarisch Nidwalden auf: Dort steht das neue Gesetz vor dem Scheitern. 
Das Traditionshaus Hotel Orselina hoch über Locarno wird Ende Juni als Vier-Sterne-Superior Villa Orselina wiedereröffnet. Hotelier ist Christoph Schlosser.
Die Teilnahme der Schweiz an der Weltausstellung 2015 in Mailand soll 23,1 Millionen Franken kosten. 8 Millionen davon sollen Sponsoren beitragen. Der Bundesrat hat am Mittwoch die Kreditbotschaft genehmigt.
Die vier Kantone der Gotthard-Region haben ihre Absicht zu einem gemeinsamen Auftritt an der Expo 2015 in Mailand bestätigt. Graubünden, Tessin, Uri und Wallis wollen zusammen einen 150 Quadratmeter grossen Bereich im Schweizer Pavillon belegen, wie sie am Mittwoch mitteilten.
Mit Valais/Wallis Promotion verfolgt der Kanton Wallis einen einzigartigen Lösungsansatz. Läuft alles nach Plan, kann die neue Vermarktungsorganisation 2013 loslegen. 
FDP und SVP machen ihre Drohung war: Sie wollen eine Volksabstimmung zum Bündner Tourismusabgabegesetz erzwingen. In Bern sorgt die Verdoppelung der Beherbergungstaxe für Zündstoff. 
Am 17. Juni entscheidet sich, ob im Kanton Schwyz ein Regionaler Naturpark entsteht. Das Projekt steht im Gegenwind. Vier Gemeindeversammlungen haben bereits abgelehnt. Und auch in den zehn Gemeinden, die nun an der Urne entscheiden, gibt es starke Opposition.
Mit Plakaten will der Bund die grossen Schweizer Pärke einem breiten Publikum bekannt machen. Umweltministerin Doris Leuthard hat am Dienstag die Kampagne lanciert und für die Pärke geworben.
Mit den Bauarbeiten zur Erweiterung des Nobelhotels Suvretta House in St. Moritz darf zumindest vorerst noch nicht begonnen werden. Das Bundesgericht hat der Beschwerde gegen die Planungsänderung und die Rodungsbewilligung die aufschiebende Wirkung erteilt.





Einen Tag nachdem er definitiv ins Paddelboot umgestiegen war, hat der Bündner Rhein-Schwimmer Ernst Bromeis das Handtuch geworfen. Seine Gesundheit lasse die Weiterführung des Projekts, den gesamten Rhein zu durchschwimmen, nicht mehr zu, teilte Schweiz Tourismus am Dienstag mit.
Orte mit massivem Immobilienboom und entsprechend steigenden Wohnpreisen sind laut dem Wirtschaftsmagazin «Bilanz» häufig auch die mit der besten Lebensqualität. An der Spitze ist Zürich, gefolgt von Zug und Aufsteiger Bern.